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Gewalt in Berlin-Friedrichshain : Leiche von der Revaler Straße noch nicht identifiziert

Auch einen Tag nach dem Fund einer Leiche an der Partymeile Revaler Ecke Warschauer Straße in Friedrichshain ist das Opfer noch nicht identifiziert.

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Berlin S-Bahnhof Warschauer Straße: Hier treffen sich Nachtschwärmer und Kriminelle.
Berlin S-Bahnhof Warschauer Straße: Hier treffen sich Nachtschwärmer und Kriminelle.Archivfoto: Kai-Uwe Heinrich

Auch einen Tag nach dem Fund einer Leiche an der Revaler Ecke Warschauer Straße in Friedrichshain ist das Opfer noch nicht identifiziert. Dies sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Nach Polizeiangaben handelt es sich um einen etwa 20 bis 30 Jahre alten Schwarzen, der schlank und mittelgroß ist. Papiere oder andere Dokumente hatte er nicht bei sich. Die Polizei bestätigte Zeitungsberichte nicht, dass es sich um einen Dealer handeln soll, der Streit mit einem Käufer gehabt haben soll. Würde es sich um einen polizeibekannten Dealer handeln wäre er bereits über die Fingerabdrücke identifiziert.

Der Mann war Sonnabend früh vor dem dortigen Imbiss zusammengebrochen - also mitten in dem Getümmel, für das der Ort bei Touristen, Nachtschwärmern aber auch in der Drogenszene bekannt ist. Zeugen riefen kurz nach Mitternacht die Feuerwehr an. Ein Notarzt konnte nicht mehr helfen. Nach Angaben der Polizei hat die 3. Mordkommission die Ermittlungen übernommen. Dem Vernehmen nach starb der Mann an einer Stichverletzung in den Oberkörper. Die Hintergründe dieser Tat und das Tatgeschehen seien derzeit noch unklar. Über die Identität des Opfers ist bisher nichts bekannt. . Die Leiche soll schnell obduziert werden. Unklar ist, ob der Gehweg vor dem Imbiss der Tatort ist, oder ob sich der Schwerverletzte aus der Revaler Straße dorthin geschleppt hat.

Die Ermittler suchen jetzt nach Zeugen die um Mitternacht im Bereich der Revaler Straße und der Warschauer Straße Auffälliges beobachtet haben. Hinweise nimmt die 3. Mordkommission in der Keithstraße 30 in Tiergarten unter der Telefon 4664 – 911 333 und über die Hinweis-Mail lka113-hinweis@polizei.berlin.de oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Das Areal rund um das RAW-Gelände gilt seit langem nicht nur als beliebte Partymeile, sondern auch als hart umkämpftes Drogen-Revier. Auch gibt es hier immer wieder Überfälle und Diebstähle durch Trickdiebe. Einer der aufsehenerregendsten Fälle war im vergangenen Jahr der Überfall auf die Sängerin Jennifer Weist von der Band Jennifer Rostock und ihren Freund, der beinahe tödlich ausgegangen wäre.

Ob der Tod des in der Nacht zu diesem Sonnabend gefundenen Mannes mit kriminellen Vorgängen auf dem RAW-Gelände zusammenhängt, ist offen. Das ehemalige Eisenbahngelände hat sich nach der Wende zur Partymeile mit zahlreichen Clubs entwickelt. Wegen des massiven Drogenhandels und zahlreicher Gewalttaten hat die Polizei das RAW-Gelände als "Kriminalitätsbelasteten Ort" eingestuft, an dem anlasslos kontrolliert werden kann.

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