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Gewalt : Mann in S-Bahn mit Messer bedroht

Es ist die vierte Attacke im Nahverkehr an nur einem Wochenende: In der Ringbahn hat ein Mann gedroht, einem anderen die Augen auszustechen. Beide Kontrahenten wurden leicht verletzt.

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Wieder Übergriffe in der Berliner U- und S-Bahn am Wochenende.
Wieder Übergriffe in der Berliner U- und S-Bahn am Wochenende.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Am Sonntagmorgen kam es in der Ringbahn zwischen Treptower Park und Ostkreuz zu einem Streit, bei dem ein Mann einen anderen mit dem Messer bedrohte. Wie die Bundespolizei bestätigte, wurden ein 38-Jähriger und sein Begleiter gegen sechs Uhr morgens in der S-Bahn von einem 30-Jährigen beleidigt, der ebenfalls mit Begleitung unterwegs war. Es kam zu einem Wortgefecht, daraufhin zog der 30–Jährige laut Polizei ein langes Messer und drohte, seinem Kontrahenten die Augen auszustechen.

Der Bedrohte konnte sich mit einem Fußtritt wehren, der Angreifer ging zu Boden. Als die Bahn die Station Ostkreuz erreichte, ging der Streit auf dem Bahnsteig weiter, bis Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma einschritten. Die herbeigerufene Bundespolizei nahm dem Täter das Messer ab, ihm droht jetzt ein Verfahren wegen schwerer Körperverletzung. Bei dem Streit wurden beide Männer leicht verletzt.

Auch in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag hat es wieder einen Übergriff in der Berliner U-Bahn gegeben. Drei Männer rissen laut Polizei in der U 5 Plakate von den Wänden des Waggons ab. An der Station Elsterwerdaer Platz pöbelten sie dann ein Pärchen an, woraufhin es zu einem Wortgefecht und ersten Rangeleien zwischen den Männern kam. Das Pärchen flüchtete dann Richtung Ausgang und wurde von den drei Männern verfolgt. Noch am Bahnhof kam es dann zu einer Schlägerei, die von einer BVG-Mitarbeiterin beobachtet wurde. Diese rief die Polizei. Die Beamten griffen ein, wobei drei Polizisten leicht verletzt wurden. Der angegriffene junge Mann erlitt ebenfalls leichte Verletzungen, wollte aber keinen Notarzt. Die drei Männer wurden laut Polizeiangaben kurzzeitig in Gewahrsam genommen. Ihnen wurde Blut entnommen, anschließend kamen sie wieder auf freien Fuß.

Damit hat es bereits vier Attacken im öffentlichen Nahverkehr an diesem Wochenende gegeben. In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde ein 22-Jähriger am S-Bahnhof Schöneweide angegriffen und schwer am Kopf verletzt. Außerdem wurde eine 18-Jährige in der U-Bahnlinie 7 ausgeraubt. Besonders große Aufmerksamkeit erregte vor einigen Wochen der Fall des Giuseppe M. Er war am 17. September im U-Bahnhof Kaiserdamm nach Erkenntnissen der Ermittler von jungen Männern angegriffen worden. Auf der Flucht rannte er in ein Auto. Am Freitag wurde der 23-Jährige beigesetzt.

Das Thema innere Sicherheit wird durch die neuen Vorfälle am Wochenende auch ein zentrales Thema der Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und CDU werden. Der Fraktions- und Parteivorsitzende der Berliner CDU, Frank Henkel, sagte "Bild am Sonntag": "Wir können und werden die öffentlichen gewalttätigen Übergriffe und Überfälle nicht hinnehmen. Das Thema Innere Sicherheit in Berlin ist ein wichtiger Bestandteil der neuen Regierungsarbeit. Auch dafür sind wir gewählt worden, und das wird die CDU auch umsetzen." Henkel weiter: "Wir werden auch über Personal und Ausstattung bei der Polizei reden müssen." Die Koalitionsverhandlungen sollen am Mittwoch beginnen.

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