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Gewalttat im Görlitzer Park : Mann durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt

Ein 29-Jähriger ist in der Nacht zu Mittwoch durch mehrere Messerstiche im Görlitzer Park lebensgefährlich verletzt worden. Er schaffte es noch, Hilfe bei Polizeibeamten zu holen. Sie konnten einen Tatverdächtigen festnehmen. Er gilt als Intensivtäter.

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Zu der blutigen Auseinandersetzung ist es gegen 2.45 Uhr in der Nacht zu Mittwoch im Görlitzer Park in Kreuzberg gekommen: Dabei erlitt ein 29-jähriger Mann so schwere Stichverletzungen, dass Lebensgefahr besteht.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei war der 29-Jährige zusammen mit zwei Frauen und einem Mann im Park unterwegs. Dort geriet er mit zwei Männern in Streit - worum es ging, ist laut Polizei noch unklar. Dabei wurde er von hinten mehrmals mit einem Messer in den Rücken attackiert. Trotz der schweren Verletzungen schaffte es das Opfer, aus dem Park zu flüchten. Er wandte sich dann an Polizeibeamte einer Einsatzhundertschaft, die dort wegen des 1. Mai im Dienst war. Die Beamten leisteten sofort Erste Hilfe und konnten aufgrund der Täterbeschreibung in der Nähe einen 23-Jährigen festnehmen. Firat A. ist als so genannter Intensivtäter bekannt. Der zweite Mann, der möglicherweise an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen sein soll, ist noch flüchtig. Der Schwerverletzte wurde in einem Krankenhaus notoperiert. Der Görlitzer Park ist als Drogenumschlagplatz bekannt. Derzeit hat die Polizei jedoch keine Hinweise, dass es bei dem Streit um Drogen ging, sagte ein Ermittler.

Die 3. Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen und fragt, wer verdächtige Beobachtungen zur Tatzeit im Görlitzer Park gemacht hat. Hinweise nimmt die Polizei unter der Rufnummer 4664-911 333 entgegen.

Erst kürzlich war es zu einem ähnlichen Fall in dem Park gekommen, bei dem ein Mann ebenfalls niedergestochen worden war. Zuvor hatte es bereits zwei tödliche Auseinandersetzungen binnen weniger Monate im "Görli", wie die Anwohner ihren Park nennen, gegeben: Im Herbst 2010 war ein Mann aus Gambia erstochen aufgefunden worden – ein mutmaßlicher Drogenhändler. Einer von vielen, die dort illegal Rauschgift, meist Marihuana verkaufte. Ende Januar 2011 gerieten zwei angeblich betrunkene Russen aneinander, die sich aus einem nahe gelegenen Wohnheim kannten. Auch hier erstach der eine den anderen und stellte sich dann bei der Polizei.

Anwohner und Bürgerinitiativen setzen sich seit längerem dafür ein, den Görlitzer Park sicherer zu machen - auch, um den regen Handel mit Rauschgift, der dort stattfindet, zu unterbinden. Deshalb wurde im Herbst ein Beleuchtungskonzept umgesetzt: An den Hauptwegen wurden zwölf 30 Watt LED-Leuchten installiert.

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