Gräbendorfer See : Mutter des toten Babys vor Gericht

Die 25-jährige Cottbuserin, die im April ihr Baby erstickt hat, muss sich seit Mittwoch vor dem zuständigen Landgericht verantworten. Kurz nach der Entbindung hatte sie ein Handtuch um das Kind gewickelt. Angeblich um den schlafenden Lebensgefährten nicht zu wecken.

CottbusSeit Mittwoch muss sich die Mutter des am Gräbendorfer See entdeckten toten Baby vor dem Landgericht Cottbus verantworten. Die Anklage wirft der 25-jährigen Cottbusserin Totschlag vor. Als ihr Sohn am 21. April geboren wurde, soll sie ihn unmittelbar nach der Entbindung in in ihrer Wohnung in ein Handtuch gewickelt und erstickt haben. Damit habe sie verhindern wollen, dass ihr nebenan schlafender Lebensgefährte etwas von der Geburt bemerkt.

In der Nacht zum 22. April soll die Angeklagte den toten Säugling an den Gräbendörfer See im Landkreis Oberspreewald-Lausitz gebracht und in der Nähe der Ortschaft Laasow vergraben haben. Am 15. Mai war der Leichnam nach einem anonymen Hinweis gefunden worden.  Zunächst saß die Frau in Untersuchungshaft. Allerdings hat das Oberlandesgericht (Olg), auf ihre Beschwerde hin, am 15. August den Haftbefehl wieder auf. Das Olg begründete die Aufhebung damit, dass der Tötungsvorsatz der Angeklagten zweifelhaft und auch eine lediglich fahrlässige Tötung nicht auszuschließen sei.

Fünf tote Babys waren in der Zeit von Dezember 2007 bis April 2008 in Brandenburg enteckt worden, darunter auch Frankfurt (Oder), Schwarzheide, Lübben und Nauen. Im aktuellen Prozess sind zunächst sechs Verhandlungstermine bis 21. November angesetzt. (bvdw/ddp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben