Häftling floh aus Polizeigewahrsam : Flüchtiger Vergewaltiger in Amsterdam festgenommen

Am 22. Dezember ist ein 32-jähriger Vergewaltiger nach einem Krankenhausbesuch geflohen. Einen Tag später wurde er auf dem Flughafen Schiphol in Amsterdam festgenommen - er wollte mit dem Flugzeug nach Jordanien.

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Nach Angaben einer Sprecherin der Senatsverwaltung für Justiz hatte der 32-jährige Akram D. über Bauchschmerzen geklagt. Da der Arzt in der Justizvollzugsanstalt Tegel nichts finden konnte, wurde Akram D. am 21. Dezember ins Jüdische Krankenhaus gebracht, wo er untersucht und über Nacht zur Beobachtung dabehalten wurde. Doch auch die Ärzte im Jüdischen Krankenhaus konnten nichts finden. Daher sollte Akram D. am 22. Dezember zurück in die JVA Tegel gebracht werden.

Gegen 12.35 Uhr verließ der in Handschellen gelegte Häftling in Begleitung von drei Justizvollzugsbeamten das Jüdische Krankenhaus durch den Haupteingang. Auf dem Weg zum Auto sprintete der Häftling dann nach Angaben der Sprecherin "blitzschnell los" und überraschte damit seine Begleiter. Akram D. rannte quer über die Straße in Richtung U-Bahnhof Osloer Straße, die Beamten nahmen die Verfolgung auf. Nach Angaben der Senatsjustizverwaltung versuchte einer der Beamten den Flüchtigen zur Aufgabe zu bewegen, indem er den Gebrauch seiner Dienstwaffe androhte. Akram D. ließ sich aber davon nicht beirren und lief weiter. Der Beamte verzichtete laut Senatsjustizverwaltung auf den Einsatz seiner Pistole, weil unbeteiligte Passanten in der Nähe waren. Am U-Bahnhof Osloer Straße verloren die Vollzugsbeamten den Geflohenen aus den Augen.

Nach Angaben der Sprecherin der Senatsjustizverwaltung vermuteten die Beamten, dass der Geflohene in die U-Bahnstation gelaufen sein könnte. Sie suchten den Bahnhof nach ihm ab. Doch Akram D. war gar nicht auf den Bahnhof geflüchtet. Zeugen beobachteten ihn dabei, wie er unweit des Bahnhofs in einen wartenden Wagen stieg - vermutlich hatte er seine Flucht im Vorfeld geplant und einen Fluchtwagen organisiert. Die Zeugen sagten laut Senatsjustizverwaltung aus, dass zwei Personen - mutmaßliche Fluchthelfer - in dem Auto gewartet hatten und dann mit Akram D. an Bord weggefahren seien.

Der flüchtige Häftling wurde europaweit zur Fahndung ausgeschrieben. Einen Tag später, am Nachmittag des 23. Dezember, ging Akram D. den Sicherheitskräften am Flughafen Schiphol in Amsterdam ins Netz. Von dort wollte Akram D. nach Jordanien ausreisen. Derzeit sitzt Akram D. noch in Amsterdam in Haft, ein Auslieferungsantrag wurde bereits gestellt. Die Senatsjustizverwaltung rechnet damit, dass Akram D. in den kommenden Tagen wieder in die JVA Tegel gebracht wird.

Akram D. ist deutscher Staatsangehöriger mit jordanischen Wurzeln. Er wurde im November 2012 wegen Vergewaltigung und Körperverletzung zu drei Jahren Haft verurteilt, am 19. November 2013 trat er seine Haftstrafe im offenen Vollzug an. Weil die Gefängnispsychologen nach Angaben der Senatsjustizverwaltung zu dem Schluss kamen, dass Akram D. nicht für den offenen Vollzug geeignet sei, war er am 19. Dezember 2013 in den geschlossenen Vollzug verlegt worden. Kurz darauf hatte Akram D. über Bauchbeschwerden geklagt.

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