Häftlingsselbstmord : 37-Jähriger erhängt sich in JVA Tegel

In der Justizvollzugsanstalt Tegel hat sich am Morgen ein 37 Jahre alter Häftling das Leben genommen. Der Mann wurde in seiner Zelle erhängt aufgefunden.

BerlinIn der Justizvollzugsanstalt Tegel hat sich am Morgen ein 37 Jahre alter Häftling das Leben genommen. Der Mann sei in seiner Zelle erhängt aufgefunden worden, sagte eine Sprecherin der Senatsjustizverwaltung in Berlin. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod des Gefangenen feststellen. Er hatte vor kurzem eine zweijährige Haftstrafe wegen Verwendens verfassungsfeindlicher Symbole sowie Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte angetreten.

In der gleichen JVA war am Sonntagmorgen kurz nach dem Aufschließen ein 28 Jahre alter Pole leblos aufgefunden worden. Auch hier gehen die Behörden von einem Suizid aus. Der Mann saß wegen mehrfachen Diebstahls ein.

Rechtsausschuss fordert systematische Veröffentlichung von Häftlingsselbstmorden

Die rechtspolitische Sprecherin und der justizpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Cornelia Seibeld und Sven Rissmann, forderten Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) auf, die Hintergründe für diese Taten schnellstmöglich aufzuklären und den Mitgliedern des Rechtsausschusses darzulegen. Sie verlangten zudem erneut, dass die Justizsenatorin zur früheren Praxis zurückkehrt, in den Berliner Haftanstalten begangene Suizide zu veröffentlichen. Eine größere oder gar steigende Zahl von Selbstmorden bei Häftlingen könne ein Indikator für Fehler im Justizsystem insgesamt oder auch direkt beim Vollzug sein. (mit ddp)

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