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Haftstrafe für 54-Jährige : Arbeitslose Altenpflegerin verübte Banküberfälle aus Liebe

Ihrem Lebensgefährten erzählte sie, sie sei reich. Wegen dieser Lüge musste die Hartz-IV-Empfängerin sich etwas einfallen lassen - sie überfiel eine Postbankfiliale und erbeutete 55 000 Euro. Dafür muss die 54-Jährige jetzt ins Gefängnis.

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Erst täuschte sie ihrem neuen Freund Reichtum vor, dann zog die 54-Jährige eine Kapuze tief in das Gesicht und beschaffte Geld. Sie erbeutete 55 000 Euro beim ersten Banküberfall. Als sie zwei Jahre später in derselben Filiale „Nachschub“ holen wollte, klickten die Handschellen. „Ich war so verliebt, ich hatte Angst, dass er mich verlässt“, schluchzte Petra Q. am Donnerstag vor dem Landgericht.

Sie ist gelernte Altenpflegerin, doch in den letzten Jahren arbeitete Petra Q. nicht. Sie bezog Hartz IV, als sie während einer Therapie den fünf Jahre jüngeren Mann kennenlernte. Vermutlich war es ein Scherz, als er verkündete: „Wenn ich mal heirate, dann nur eine Frau mit Geld.“ Petra Q. aber schluckte und schwindelte sich prominent. Sie stamme aus einer Industrieellenfamilie, log sie. „Ich habe mich als wohlhabend ausgegeben“, sagte die Angeklagte. Der Geliebte habe zwar nie nach Geld gefragt. „Ich fühlte mich dann aber unter Druck.“

Am 17. Februar 2010 stand die Mutter eines Sohnes, die bis dahin nie etwas mit Kriminalität zu tun hatte, in einer Postbankfiliale in Marzahn. Sie beugte sich zu einer Angestellten und zischte: „Überfall! Das ist kein Scherz.“ Die Räuberin hatte mit ausgestrecktem Finger in ihrer Westentasche eine Waffe vorgetäuscht. Es wirkte täuschend echt. „Ich hatte Angst“, beschrieb die damals Bedrohte. Sie zitterte, als sie auf dem Zeugenstuhl saß.

Petra Q. will sich schlecht gefühlt haben. Sie sah angeblich erst viel später in die Tüte mit dem Geld. Die 55 000 Euro flossen unbemerkt von ihrem Freund nach und nach in den seit 2010 gemeinsamen Haushalt. Bei ihrem Versuch, die Kasse „aufzufüllen“, hauchte sie: „Es tut mir leid, das ist ein Überfall.“ Eine resolute Angestellte konterte: „Das ist jetzt nicht ihr Ernst! Ich habe nichts in der Kasse.“

Wie angewurzelt blieb Petra Q. stehen. Sie zeigte, dass in ihrer Tasche keine Pistole steckte, sie bat um Verzeihung. Ihre „aufrichtige Reue“ berücksichtigten die Richter nun besonders und verhängten drei Jahre und drei Monate Haft. Bis zur Ladung zum Strafantritt bleibt sie frei. Hand in Hand verließen sie und ihr Lebensgefährte das Gericht.

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