Haftstrafen für Mutter und Freund : Zweijährigen in "gröbster Art misshandelt"

Das Berliner Landgericht hat die Mutter eines zweijährigen Kindes und deren Lebensgefährten wegen Verletzung der Fürsorgepflicht und Kindesmisshandlung zu Haftstrafen verurteilt.

BerlinWegen Kindesmisshandlung und Verletzung der Fürsorgepflicht sind eine 20-jährige Frau und ihr gleichaltriger Lebensgefährte vom Landgericht Berlin zu Haftstrafen verurteilt worden. Gegen die Mutter eines zweijährigen Jungen verhängte das Gericht eine Jugendstrafe von zwei Jahren und drei Monaten. Ihr Freund muss für dreieinhalb Jahre in Gefängnis. Die Frau wurde der Kindesmisshandlung durch Unterlassen schuldig gesprochen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass das Kleinkind von dem Ziehvater zwischen Dezember 2006 wiederholt geschlagen, gebissen und mit brennenden Zigaretten misshandelt worden war.

Das Gericht stellte fest, dass der Mutter die Beziehung stets wichtiger war als das Wohl ihres Kindes. Sie habe "teilnahmslos" zugesehen, wie ihr Verlobter den Sohn in "gröbster Art misshandelte", anstatt ihn zu schützen, hieß es. Sobald das Kind "etwas tat, was dem Angeklagten nicht gefiel", meinte er, es "bestrafen zu dürfen".

Gericht: Es gibt keine "ungeeigneteren Personen"

Das Paar habe aus "gefühlloser und gleichgültiger Gesinnung" gegenüber dem schutzlosen Kind gehandelt. Es gebe keine "ungeeigneteren Personen", bei denen ein Kind aufwachsen könnte, stellte das Gericht fest. Es begrüßte ausdrücklich die Entscheidung des Familiengerichts, der Mutter das Sorgerecht zu entziehen. Der Junge lebt heute bei Pflegeeltern.

Ärzte hatten bei dem Kleinkind neben Hämatomen, Biss- und Brandwunden einen Oberschenkelbruch sowie eine Netzhautablösung an beiden Augen festgestellt. Deshalb besteht immer noch die Gefahr einer Erblindung für das Kind. Im Prozess hatten die Angeklagten kein Wort des Bedauerns gefunden. (mit ddp)

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