Hundeattacke : Zweijähriger schwer verletzt: Es war der Hund seiner Betreuerin

Im Fall des kleinen Jungen, der im April von einem Hund ins Gesicht gebissen worden war, gibt es eine Wendung: Eine Bekannte, die auf das Kind aufgepasst hatte, gestand, dass es ihr Hund war, der den Zweijährigen angegriffen und schwer verletzt hatte.

Tanja Buntrock

Es war doch nicht ein plötzlich daher gelaufener Schäferhund, der am 24. April dem  zweijährigen Santino (Name geändert) in Tegel ins Gesicht gebissen hat: Wie der Tagesspiegel jetzt erfuhr, attackierte ihn der Hund der Betreuerin, die an jenem Nachmittag mit dem Kind unterwegs war. Nach Tagesspiegel-Informationen gestand die Freundin der Mutter des Jungen kürzlich, dass ihr Labrador-Mischling der Schuldige ist. Wie berichtet, hatte die 37-Jährige der Polizei zunächst eine ganz andere Version erzählt. Alles Lüge, wie sich jetzt herausstellte. 

Sie hatte angegeben, dass sie mit dem Kind ihrer besten Freundin zum Spazierengehen auf dem Weg zum Flughafensee war. Doch gegen 12.40 Uhr sei an der Otisstraße Ecke Seidelstraße "plötzlich ein herrenloser Hund aufgetaucht", der die Größe eines Schäferhundes gehabt und dem Kind sofort ins Gesicht gebissen habe. Santino erlitt schwerste Gesichtsverletzungen und wurde mit einem Rettungswagen in eine Klinik gebracht. Dem Jungen geht es nach Polizeiangaben mittlerweile den Umständen wieder entsprechend gut. Allerdings ist sein Gesicht noch durch Narben entstellt.

Hund war eifersüchtig auf jeden, der sich Frauchen näherte

Die alarmierten Polizeibeamten durchsuchten sofort das umliegende Gebiet nach einem umherstreunenden Schäferhund oder anderen in Frage kommenden Hunden. Doch sie fanden nichts. Bei der Befragung der Mutter von Santino, 37, soll diese bereits erste Andeutungen gemacht haben, dass es möglicherweise doch der Hund ihrer besten Freundin gewesen sein könnte, der ihren Sohn so zugerichtet hat. Die Freundin bestritt in der Vernehmung zunächst, dass ihr Tier das Kind angegriffen hat. Den Ermittlern zufolge, könnte man sogar auch bei Hundebissen DNA-Spuren auswerten. Ob die Frau deshalb einknickte und ein Geständnis ablegte, konnte ein Polizeisprecher nicht bestätigen. Die Ermittler hatten schon vorher einen Verdacht, dass der Labrador-Mischling der Übeltäter gewesen sein könnte, da er schon in der Vergangenheit durch "Beißvorfälle aufgefallen war", wie es hieß. Er soll jeden angegriffen haben, der sich seinem Frauchen genähert hat, "weil er extrem eifersüchtig ist", sagte ein Ermittler. Das Tier wurde dem Veterinäramt vorgestellt. Hier werde entschieden, was mit dem Hund weiter passiert, hieß es.

Mit der Freundschaft der beiden Frauen ist es offenbar erst einmal vorbei

Santinos Mutter, die nur wenige Häuserblocks entfernt von ihrer besten Freundin in der Scharnweberstraße wohnt, soll "wütend und sauer" auf die Frau sein. Schon in der Vernehmung habe sie sich enttäuscht gezeigt, dass die Freundin den Jungen nicht einmal in der Klinik besucht habe.

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