Initiative : Italienische Gastronomen wehren sich gegen Mafia

Die in Berlin gegründete Initiative "Mafia? Nein Danke!" bezieht öffentlichkeitswirksam Position gegen den Einfluss der Mafia in der italienischen Gastronomie. In den letzten Tagen haben sich bereits 17 Berliner Restaurants der Initiative angeschlossen.

Mafia
Berlins italienische Gastronomen verurteilen öffentlich die Mafia. -Foto: dpa

BerlinNach dem Sechsfachmord von Duisburg diskutieren die Vertreter der italienischen Gastronomen in Deutschland eine Strategie zum Umgang mit der Mafia. Die Union der Italiener in der Welt (UIM) wolle mit der in Berlin gegründeten Initiative "Mafia? Nein Danke!" versuchen, dem Problem öffentlichkeitswirksam zu begegnen, sagte die Initiatorin Laura Garavini. Innerhalb weniger Tage hätten sich bereits 17 Gastronomen in der Hauptstadt der Initiative angeschlossen.

Unter dem Motto "Menschen, die sich der Mafia beugen, sind Menschen ohne Würde" verpflichten sich die teilnehmenden Restaurantbesitzer "jeden Mafiakontakt bei der Polizei anzuzeigen", sagte Garavini. Geplant sei in den kommenden Monaten die Ausweitung der Initiative auf das Bundesgebiet, der Aufbau fester Strukturen sowie die Einführung eines eigenes Gütesiegel.

Andrea Fusaro, Vertreter von "Ciao Italia", einem weltweiten Zusammenschluss italienischer Gastronomen, setzt hingegen auf Netzwerke der Lokalbesitzer. Zwar unterstütze er die Initiative der UIM, doch halte er wenig davon, an die Öffentlichkeit zu gehen. Fusaro erinnerte an einen Fall vor 30 Jahren in Berlin, bei dem mehrere Restaurantbesitzer selbst Mafiosi vertrieben hätten. Seinen Angaben zufolge haben derzeit etwa drei Prozent der italienischen Lokale in Deutschland Kontakt mit der Mafia.

In Duisburg waren vergangene Woche sechs Italiener vor dem Restaurant "Da Bruno" erschossen worden. Ermittler halten einen Mafia-Hintergrund bei der Tat für wahrscheinlich. (mit ddp)

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