JSA Kieferngrund : Jugendliche müssen Schaden nach Tumult ersetzen

Eingeschlagene Fenster, kaputtes Mobiliar - das ist die Bilanz der Unruhen in der JSA Kieferngrund vom Wochenende. Ein Rätsel bleibt nach wie vor die Ursache. Fest steht für Justizsenatorin von der Aue nur: An der sommerlichen Hitze hat es nicht gelegen.

BerlinDie am Wochenende bei Tumulten in der Jugendstrafanstalt (JSA) Kieferngrund entstandenen Schäden müssen von den beteiligten Insassen ersetzt werden. Anstaltsleiter Marius Fiedler sagte am Donnerstag bei einer Sondersitzung des Rechtsausschusses im Abgeordnetenhaus, bislang würden alle beschuldigten Gefangenen diese Maßnahme anerkennen. In der Lichtenrader Einrichtung hatten am Samstagabend 65 Jugendliche randaliert. 15 von ihnen waren daraufhin in die Jugendstrafanstalt Plötzensee verlegt worden.

Fiedler sagte, die Tumulte am Samstagabend seien nach etwa zwei Stunden eingedämmt worden. Demnach gingen insgesamt 15 Fensterscheiben von Einzelzellen zu Bruch, in vier Räumen zerschlugen die Randalierer Mobiliar. Ein von einem Insassen gelegtes Feuer habe "sich nicht entwickelt, aber für starke Rauchentwicklung gesorgt". Der Brand sei noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr gelöscht worden.

Über ein Motiv der Gefangenen wollte Fiedler keine Spekulationen anstellen. Er erklärte jedoch, Wärter hätten bereits seit den Morgenstunden "eine ausgesprochen unruhige Situation" in der JSA registriert.

Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) erklärte vor dem Ausschuss, anders als zuerst angenommen, könne Hitze nicht als Grund für die Tumulte herangezogen werden. Die JSA sei abends im Hinblick darauf "nachweislich in Ordnung gewesen". Auch könnten die Insassen bei Bedarf täglich duschen. Sie sei froh, dass die Situation "glimpflich" ausgegangen ist, fügte die Senatorin hinzu und lobte ausdrücklich das "besonnene und professionelle Handeln" der Wärter. (aa/ddp)

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