Jugendstrafanstalt Plötzensee : Senatorin sieht keine Aufsichtsmängel im Knast

Berlins Justizsenatorin Gisela von der Aue weist die Kritik an ihrer Behörde wegen Drogenschmuggels ins Jugendgefängnis Plötzensee zurück. Es habe keinesfalls eine "Kultur des Wegsehens" gegeben.

BerlinDie Justizverwaltung sei nicht untätig geblieben, sagt Gisela von der Aue (SPD) in Berlin. Ihre Verwaltung wisse schon seit Langem, dass Gegenstände von außen über die Anstaltsmauer des Gefängnisses geworfen würden. Mit einem "Bündel von Maßnahmen" wolle man diesem Missstand entgegenwirken.

Die Senatorin betont, dass die Fenster der  Hafträume, die dicht an der Anstaltsmauer liegen, seit Jahren mit engmaschigen Vorsatzgittern gesichert sind. Die Häftlinge hätten die Gitter aber immer häufiger zerstört. Bereits vergangenen März habe man eine Zunahme des Drogenschmuggels durch Überwürfe festgestellt. Bis kommenden Oktober sollen daher Gittervorrichtungen eingebaut werden, die nicht manipuliert werden könnten, so die Justizverwaltung.

Zudem werde die Anstaltsmauer laut von der Aue außen wie innen videoüberwacht und nachts zusätzlich von innen durch Posten abgesichert. Die Senatorin betont, dass bei jedem einzelnen Drogenfund unverzüglich die Polizei benachrichtigt werde. Zugleich weist von der Aue Presseberichte zurück, wonach Rauschmittel und Tabletten angeblich von Polizeibeamten oder Bediensteten illegal entsorgt worden seien sollen.

Medienberichten zufolge, würden sich Drogenhändler nachts auf die Dächer angrenzender Gartenlauben schleichen und Drogen, Handys sowie Anabolika über die Gefängnismauer werfen. Mit speziell präparierten Schnüren würden die Pakete dann von den Insassen aus dem Hof geangelt. (mit ddp)

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