JVA Tegel : Doch nicht vertuscht

Ein Ermittlungsverfahren gegen JVA-Bedienstete in Tegel ist vorläufig eingestellt worden. Ihnen wurde von einem Häftling vorgeworfen, Straftaten absichtlich unter den Teppich gekehrt zu haben. Doch damit ist der Fall noch nicht abgeschlossen.

BerlinEin Inhaftierter hatte JVA-Mitarbeitern vorgeworfen, ihn nicht ausreichend vor Mithäftlingen geschützt und Nachforschungen wegen eines Übergriffes durch andere Inhaftierte behindert zu haben. Insbesondere der Vorwurf, der Anstaltsleiter habe versucht, den Inhaftierten zur Rücknahme einer Anzeige zu nötigen, hat sich der Sprecher der Staatsanwaltschaft Michael Grunwald zufolge nicht bestätigt.

Im Juni 2007 soll ein Inhaftierter in der JVA Opfer eines versuchten Raubes geworden sein. Andere Häftlinge sollen den Mann mit einem Messer bedroht sowie Geld und Wertsachen gefordert haben. Der Anwalt des geschädigten Häftlings habe dies im August bei der Staatsanwaltschaft Berlin angezeigt und die Vorwürfe gegen die JVA-Bediensteten erhoben.

Gefangene wurden trotzdem aus Sicherheitsgründen verlegt

Vermeintliche Pflichtverletzungen der Mitarbeiter hätten in Zeugenbefragungen nicht konkretisiert oder nur "aus zweiter oder dritter Hand" bekundet werden können, hieß es weiter. Auch die Schilderungen deckten sich nach Grunwalds Worten nicht mit den vorliegenden Beweismitteln.

Den Vorwürfen des Inhaftierten, Mithäftlinge würden auch andere Gefangene erpressen, werde dagegen weiter nachgegangen, sagte Grunwald. Es liefen intensive Ermittlungen gegen einen deutsch-kasachischen und drei lettische Gefangene. Diese seien zum Schutz der anderen Gefangenen aus der JVA Tegel in die JVA Moabit verlegt worden. (liv/ddp)

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