(K)ein Kunstdiebstahl : Das Bild hängt schief

Die Ausstellung im Max Liebermann Haus am Pariser Platz hatte gerade erst eröffnet. Und plötzlich fehlte ein Bild. Über einen Kunstdiebstahl, der gar keiner war.

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Er konnte es nicht ertragen und musste das schiefe Bild noch mal von der Wand nehmen. Es sollte ordentlich gerade hängen in der am Freitagabend eröffneten Ausstellung im Max Liebermann Haus am Pariser Platz mit Werken des französischen Künstlers Honoré Daumier. Doch der spontane Entschluss des Museumsmitarbeiters der Stiftung Brandenburger Tor führte zu viel Verwirrung und löste einen unnötigen Polizeieinsatz aus.

Das Durcheinander um einen angeblichen Kunstdiebstahl in Berlin begann, nachdem die letzten Gäste der Ausstellungseröffnung das Haus verlassen hatten. Da nahm der Mitarbeiter gegen 23 Uhr das das Bild mit dem Titel „Zwei Anwälte“ ab und entfernte sich damit in einen Nebenraum, um die Aufhängung zu richten. Das teilte er, so die Stiftung, zwar dem Wachdienst mit, als der aber wenig später Schichtwechsel hatte, fiel die Info wohl unter den Tisch. Und so begann der Bilderkrimi: Den Nachfolgern fiel der leere Platz an der Wand auf, sie riefen die Polizei. Eine Streife kam, schaltete das Kommissariat für Kunstdiebstahl ein- und am Sonnabend vermeldete die Polizei der Presse: „Bild aus Ausstellung gestohlen“.

Doch Pustekuchen. Tatsächlich war das Bild des 1879 verstorbenen Realisten Daumier schon vor Mitternacht wieder aufgehängt worden – schön akkurat – und im Liebermannhaus atmeten alle auf und teilte dies laut Stiftung der Polizei gleich mit. Umso mehr war man am Pariser Platz verwirrt, als Presseleute am Samstag anriefen und wissen wollten, wie’s denn möglich sei, dass jemand das Bild mitsamt Rahmen einfach abhängen und unbemerkt mitnehmen konnte.

Des Rätsels Lösung: Offenbar gab es auch bei der Polizei Kommunikationsprobleme. Die Nachricht „alles wieder schick“ war im Präsidium untergegangen.

„Daumier ist ungeheuer“, 2. März bisd 2. Juni im Liebermannhaus am Pariser Platz, werktags 10-18 Uhr, Wochenende 11-18 Uhr.

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