Kinderwagen in Brand gesetzt : Anklage gegen zündelnden "Schwabenhasser"

Ein 29-jähriger Neuköllner hatte gestanden, in Prenzlauer Berg Kinderwagen wegen Ressentiments gegen schwäbische Zuzügler angezündet zu haben. Jetzt erhob der Staatsanwalt Anklage.

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Die verbrannten Reste eines Kinderwagens in Prenzlauer Berg. Den mutmaßlichen Brandstifter hatte die Polizei im August gefasst. Fünf Monate später erhob der Staatsanwalt Anklage. Ein 29 Jahre alter Zeitungsausträger aus Neukölln hatte gestanden, aus "Schwabenhass" Kinderwagen in Brand gesteckt zu haben.Weitere Bilder anzeigen
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06.01.2012 19:08Die verbrannten Reste eines Kinderwagens in Prenzlauer Berg. Den mutmaßlichen Brandstifter hatte die Polizei im August gefasst....

Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen als „Schwabenhasser“ bekannt gewordenen Verdächtigen wegen neunfacher Brandstiftung erhoben. Dem 29-jährigen Mann wird vorgeworfen, im Juli und August 2011 in mehreren Hausfluren in Prenzlauer Berg vor allem Kinderwagen in Brand gesetzt zu haben.

Nach Angaben eines Justizsprechers hat der aus Neukölln stammende Zeitungszusteller die Taten gestanden und „Abneigung gegen Schwaben“ sowie allgemeine Unzufriedenheit mit seinem Leben als Motiv angegeben. Wie berichtet, hatte er schon nach der Festnahme durch die Polizei am 19. August in einer Vernehmung berichtet, dass er sich über hinzugezogene Schwaben ärgert. Ressentiments gegen Schwaben sind in Berlin und vor allem in Prenzlauer Berg ein durchaus verbreitet, was sich zum Beispiel in Schmähgraffiti ausdrückt.

Berlin hetzt gegen Schwaben
Einsam kämpft ein junger Schwabe in Berlin gegen Schwabenhass, der sich beispielsweise auf der Karaokebühne im Mauerpark äußert. Er übermalt das Kürzel des Schwabenhassers mit einem Kaninchenkopf und machte aus dem Wort "Hass" das Wort "Hase".Alle Bilder anzeigen
1 von 8Foto: Doris Spieckermann-Klaas
29.08.2011 14:00Einsam kämpft ein junger Schwabe in Berlin gegen Schwabenhass, der sich beispielsweise auf der Karaokebühne im Mauerpark äußert....

Der Prozess gegen Maik D. soll Ende Januar beginnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm neben schwerer Brandstiftung auch gefährliche Körperverletzung vor, vier Menschen waren bei den Feuern verletzt worden.

Nachdem der Zusteller früh morgens die Zeitungen in den Häusern verteilt hatte, soll er in den Hausfluren abgestellte Kinderwagen mit einem Feuerzeug in Brand gesetzt haben. Als Zeitungsbote hatte er die Schlüssel zu den Häusern. Die Feuer hatten daraufhin teilweise auf die Gebäude übergegriffen. Der Sachschaden sei „erheblich“ gewesen, hieß es.

Immer wieder werden in Berliner Treppenhäusern Kinderwagen in Brand gesetzt, in letzter Zeit zum Beispiel am 29. Dezember im Weddinger Ortsteil Gesundbrunnen.

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