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Kindesmissbrauch auf Intensivstation : Helios-Klinik: Mutmaßlicher Täter erhält Haftverschonung

Der Kinderkrankenpfleger, der auf der Intensivstation des Helios-Klinikums in Buch mehrere Kinder missbraucht haben soll, wurde aus der Untersuchungshaft entlassen. Die Staatsanwaltschaft sieht darin eine medizinische Notwendigkeit.

Johannes Radtke

Der Kinderkrankenpfleger, der auf der Intensivstation des Helios-Klinikums in Buch mehrere Kinder missbraucht haben soll, wurde überraschend aus der Untersuchungshaft entlassen. „Die Haftverschonung war medizinisch geboten“, sagte Staatsanwaltschaftssprecher Martin Steltner am Donnerstag. Aufgrund der schweren Verletzungen des Tatverdächtigen bestünde keine Fluchtgefahr. Der Mann werde derzeit in einer Reha-Einrichtung behandelt.

Der mutmaßliche Täter hatte sich nach seiner Festnahme am 17. Dezember in der U-Haft die Pulsadern aufgeschnitten und sich selbst am Unterleib schwer verletzt. Anschließend war er zeitweise ins Koma gefallen. Polizisten seien derzeit nicht zur Überwachung des Mannes abgestellt, so die Staatsanwaltschaft. Der Mann sei allein körperlich nicht imstande, neue Taten zu begehen oder zu flüchten.

Der 27-Jährige hatte in ersten Vernehmungen fünf Taten zugegeben. Ein mutmaßliches Opfer hatte sich Mitte Dezember seinen Eltern anvertraut, woraufhin diese Anzeige erstatteten. Bei einer Durchsuchung der Wohnung des 27-jährigen Pflegers war auf dessen Handy belastendes Material gefunden worden: zwei einschlägige Videos. Derzeit wird überprüft, ob es weitere Fälle gibt. Besorgte Eltern können sich weiterhin bei einer eigens eingerichteten Hotline unter der Nummer 9401 54444 melden.

Bis Dienstag hatten dort bereits 87 Eltern angerufen, deren Kinder auf der genannten Intensivstation behandelt worden waren. Neue konkrete Fälle seien aber nicht bekannt geworden.

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