Kioskmord in Berlin-Steglitz : Polizei geht von Raubmord aus

Im Fall des am Valentinstag getöteten Kioskpächters weisen die Indizien auf einen Raubmord hin: Es wurden offenbar Bargeld und Zigaretten aus dem Laden geraubt. Die Polizei sucht nach einem jungen Mann, der vom Tatort flüchtete.

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Zwei Tage nach dem Tod des Kioskbetreibers Thomas W. verdichten sich die Indizien, dass der 50-Jährige Opfer eines Raubmordes wurde - auch wenn sich die Polizei am Samstagmittag noch nicht endgültig festlegen wollte: "Nach bisherigem Ermittlungsstand, insbesondere nach Auswertung der Spuren am Tatort, könnte es sich bei der Tat um einen Raubmord gehandelt haben", teilte die Polizei mit. Die Mordkommission geht außerdem davon aus, dass Bargeld in unbekannter Höhe sowie Tabak und Zigaretten in geringer Menge entwendet wurden. "Fakt ist, dass etwas weggekommen ist, dass eindeutig dem Getöteten zugeordnet werden konnte", sagte ein Polizeisprecher.

Die Ermittler können nun auch den Zeitraum, in dem sich die Tat vermutlich ereignet hat, deutlich eingrenzen: Thomas W. wurde nach derzeitigem Ermittlungsstand zwischen 18.10 Uhr und 18.20 Uhr mit mehreren Stichen in den Oberkörper getötet. Bislang war nur klar, dass Thomas W. am Freitagabend zwischen 17.45 Uhr und 18.45 Uhr starb. Zwei Zeuginnen gaben laut Polizei an, gegen 18.20 Uhr einen jungen Mann gesehen zu haben, der vom Tatort weg durch die Göttinger Straße in Richtung Friedhof Steglitz/Insulaner rannte. Der junge Mann könnte der Täter gewesen sein. Die Zeuginnen beschrieben ihn als 18- bis 20-jährigen Mann in dunkler Kleidung und mit einer dunklen Mütze auf dem Kopf. Er hatte außerdem eine helle Plastiktüte dabei. Auf seiner Flucht soll der mutmaßliche Täter auch an einigen anderen Passanten vorbeigekommen sein - diese werden gebeten, sich als Zeugen bei der Polizei zu melden.

Außerdem soll es am Nachmittag des 7. Februars eine verbale Auseinandersetzung vor dem Zeitungsladen an der Kniephofstraße/Göttinger Straße gegeben haben, bei dem zwei Männer mit Thomas W. stritten. Die Polizei geht derzeit nicht davon aus, dass der Streit in Zusammenhang mit der Tat steht - allerdings sollen auch diese beiden Männer als Zeugen befragt werden. Sie werden ebenfalls gebeten, sich bei der Polizei zu melden.

Die Mordkommission sucht nach Zeugen, die sich am 14. Februar 2014 gegen 18.20 Uhr in der Nähe des Tatortes aufhielten und etwas Verdächtiges beobachtet haben. Von besonderem Interesse sind dabei Hinweise auf den flüchtenden Mann mit der Plastiktüte. Taxifahrer, die gegen 18.20 Uhr einen Fahrgast in der Umgebung des Insulaners aufnahmen, werden ebenfalls um einen Anruf bei der Mordkommission gebeten. Hinweise nimmt die Mordkommission unter der Rufnummer (030) 4664-911555 oder jede Polizeidienststelle entgegen.

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