Klapperschlangen in Berlin-Wedding entdeckt : Rasselbande sucht neue Heimat

Nach dem Fund von 19 Klapperschlangen in einer Wohnung wird weiter nach dem Halter gesucht. Das Schicksal der Tiere ist ungewiss - der Zoo will sie jedenfalls nicht.

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Eine Diamantklapperschlange. Foto: Louisville Zoo
Eine Diamantklapperschlange.Foto: Louisville Zoo

Der 36-jährige Mann war, wie berichtet, Ende September aus seiner Wohnung in der Schulstraße ausgezogen und hatte die Tiere ohne Nahrung zurückgelassen. "Die Ermittlungen zum Aufenthaltsort laufen", teilte ein Polizeisprecher am Donnerstagnachmittag mit. Nach Auskunft von Ulrich Lindemann, Tierarzt beim Veterinämt Mitte, wurden die Schlangen nach dem Fund von einem Experten geborgen und dann an einen nicht näher benannten "sicheren Ort" gebracht.

Amtstierarzt: Einmaliger Fund

Lindemann sprach von einem einmaligen Fund: "Schlangen in so großer Zahl und von solcher Toxizität hatten wir noch nicht." Auch mehrere Diamantklapperschlangen waren dabei – ihr Gift kann Menschen töten, falls kein Antiserum verabreicht wird. Das größte Exemplar war laut Lindemann "etwa 1,50 Meter lang und so dick wie ein Kinderarm". Auch andere andere Arten seien in den zwölf Terrarien gefunden worden - darunter Pazifik-, Wald-, Prärie- und mexikanische Wüstenklapperschlangen. Die Tiere werden nun aufgepäppelt. "Sie waren in einem äußerst schlechten Pflegezustand, dehydriert und ausgehungert. Ein Exemplar war bereits gestorben, als wir sie fanden. Wir bemühen uns, die Tiere zu retten und gut unterzubringen“, sagte Lindemann.

Private Haltung in Berlin verboten

Das wird schwierig: Die private Haltung von Klapperschlangen ist in Berlin verboten und wird als Ordnungswidrigkeit bestraft. Nur gewerbliche Halter wie der Zoo könnten die Tiere aufnehmen - müssten aber laut Lindemann die bis zu 12.000 Euro teuren Antiseren vorhalten. "Wir wünschen den Tieren alles Gute, werden sie aber nicht aufnehmen", sagte eine Zoosprecherin.

In vielen anderen Bundesländern gilt dieses Haltungsverbot nach Auskunft der Tierschutzorganisation Peta nicht. Vielleicht findet sich ein Klapperschlangenliebhaber aus einem anderen Bundesland - beispielsweise aus Brandenburg, wo Giftschlangen auf Reptilienbörsen ab 60 Euro aufwärts gehandelt werden. Ansonsten müssen die Tiere womöglich getötet werden.

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