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Köpenicker Traditionslokal : Feuer in Neu-Helgoland: Polizei schließt technischen Defekt aus

Es wurde gefeiert, alle Hotelzimmer waren belegt, dann brach Feuer aus. Noch ist die Ursache für das Feuer unklar, ein technischer Defekt ist ausgeschlossen.

Einsatzkräfte der Feuerwehr löschen ein Feuer im Restaurant Neu-Helgoland.
Einsatzkräfte der Feuerwehr löschen ein Feuer im Restaurant Neu-Helgoland.Foto: dpa


Mitten in eine Feier mit rund 50 Leuten platzte der Feueralarm, kurze Zeit später wurden auch die Hotelgäste aufgefordert, ihre Zimmer zu verlassen. Eine Angestellte des Ausflugslokals Neu Helgoland an der Müggelspree in Müggelheim hatte am Dienstagabend gegen 23 Uhr den Brand bemerkt. Als die Feuerwehr eintraf, stand ein Nebengebäude komplett in Flammen, ein Übergreifen des Feuers auf den Dachstuhl des Haupthauses konnte nicht verhindert werden.

Wie die Polizei am Freitag mitteilte, entstand der Brand in einem Müllcontainer. Einen technischen Defekt schließt sie aus Ursache für den Brand aus. Demnach könnte es sich sowohl um Fahrlässigkeit als auch um Brandstiftung handeln. Die Ermittlungen dauerten derzeit noch an.

Festsaal blieb von Flammen verschont

Das Hotel und Restaurant liegt direkt am Wasser, die Versorgung mit Löschwasser war allerdings schwierig. Größere Löschfahrzeuge konnten das Gebäude nur schwer erreichen. „Wir hatten Probleme mit den Zuwegen. In dem Gebiet gibt es keine Hydranten. Wir mussten das Löschwasser aus dem See holen“, sagte ein Feuerwehrsprecher. Neben einem Löschboot der Feuerwehr kam auch ein Polizeiboot zum Einsatz.

So kennt man das Neu Helgoland direkt an der Mügelspree.
So kennt man das Neu Helgoland direkt an der Mügelspree.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

„Wir hatten die Einsatzstelle bis 3 Uhr unter Kontrolle“, erklärte der Sprecher. Der historische Festsaal und das Erdgeschoss des Hauptgebäudes blieben nach Angaben der Feuerwehr von den Flammen verschont, allerdings wird es erhebliche Wasserschäden geben.

Bereits 2002 hatte das Neu-Helgoland gebrannt

Niemand wurde verletzt, dennoch ist es für die Betreiberfamilie Tabbert eine Tragödie. Im Januar 2002 stand das Gebäude schon einmal in Flammen. Damals war das Feuer vorsätzlich gelegt worden, die Polizei fand Reste von Brandbeschleunigern – dafür gibt es diesmal bislang keine Hinweise. Das Brandkommissariat des Landeskriminalamts konnte erst am Mittwochnachmittag mit den Ermittlungen zur Brandursache beginnen.
Das Lokal, das seit 120 Jahren besteht, war bis Ende der vierziger Jahre nur vom Wasser aus zu erreichen. Bei den Berlinern war die Gaststätte beliebt. Innenräume, Saal und Garten boten Platz für mehrere Tausend Menschen. Seit den neunziger Jahren treten hier regelmäßig Ostrock-Bands auf – die Konzerte sind meist ausverkauft.

(mit dpa)

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