Kreuzberg : Grünanlagen-Besetzer planen neue Aktionen

Kreuzbergs Haus- und Grünflächenbesetzerszene bleibt umtriebig: Trotz der polizeilichen Vertreibung von einer brachliegenden Grünanlage am Mariannenplatz wollen die Initiatoren der Aktion auch künftig ungenutzte Gebäude und Flächen der Stadt für ihre Zwecke in Besitz nehmen.

BerlinNach der friedlichen Beendigung der Besetzung einer Grünfläche am Mariannenplatz in Kreuzberg schließen die Initiatoren weitere Aktionen nicht aus. "Es war nicht die letzte Besetzung - egal, ob hier oder woanders", sagte einer der Besetzer am Mittwoch. Ziel sei es, auf dem derzeit ungenutzten Areal eine Begegnungsstätte für alle Anwohner zu schaffen. "Die Politik versagt völlig, was die Bedürfnisse der Bewohner betrifft", sagte der Sprecher. Das Bezirksamt, dem die Fläche gehört, hatte den Besetzern der Anlage am Dienstag mit Räumung gedroht. Daraufhin hatten diese das Gelände verlassen.

400 Polizisten gegen 50 Besetzer

Das 2500 Quadratmeter große Areal war am Samstag nach Angaben der Initiatoren von 40 bis 50 Anwohnern besetzt worden. Die Gruppe hatte das Gelände für verschiedene Kulturveranstaltungen genutzt. Als die vom Bezirksamt angekündigte Räumung durch die Polizei bevorstand, gingen die Besetzer. "Dies geschah jedoch nicht freiwillig, sondern unter dem Druck der Polizei", erläuterte ein weiterer Vertreter der Besetzer. Mehrere Räumfahrzeuge, ein Hubschrauber sowie 300 bis 400 Polizeibeamte seien im Einsatz gewesen. Ein Sprecher der Polizei bestätigte die Zahl.

Das Bezirksamt hat den Besetzern nach deren Angaben ein Gespräch über die künftige Nutzung des Areals mit Bezirksbürgermeister Franz Schulz (Grüne) zugesichert. Dieses solle in dieser oder der nächsten Woche stattfinden. Die Behörden hatten als Begründung für die Räumung unter anderem Sicherheitsbedenken angegeben. So verlaufe unter der Fläche eine Gasdruckleitung, die sich stellenweise nur 20 Zentimeter unter der Oberfläche befinde. (iba/ddp)

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