Kriminalität : Angriff auf Bekleidungsgeschäft in Mitte

Unbekannte haben in der Nacht zum Mittwoch den Laden Haeftling mit Farbbeuteln und Steinen beschädigt. Das Geschäft in Mitte verkauft Kleidung, die von Gefängnisinsassen hergestellt wird. Deshalb schließt die Polizei ein politisches Tatmotiv nicht aus.

BerlinIn Mitte ist in der Nacht zu Mittwoch das Bekleidungsgeschäft Haeftling beschädigt worden. Wie die Polizei mitteilte, warfen Unbekannte mehrere Farbbeutel und kleine Pflastersteine gegen den Laden auf der Rosa-Luxemburg-Straße. Dadurch wurden die Schaufenster, die Eingangstür und die Hauswand beschädigt.

Ein politisches Tatmotiv ist laut Polizei nicht auszuschließen. Zwar wären keine politischen Parolen hinterlassen worden, aber der Geschäftscharakter lässt diese Vermutung zu. Der Laden Haeftling bezieht seine "Inspiration aus dem Gefängnisleben", wie es auf der Homepage formuliert wird und bezieht zum Thema auch politisch Stellung. So macht er sich beispielsweise für bessere Bedingungen in Gefängnissen stark und setzt sich gegen die Todesstrafe ein. Im Angebot sind unter anderem Produkte wie T-Shirts mit Handschellenaufdruck oder "Unschuldig"-Schriftzug sowie typische Wohnprodukte aus Jugendvollzugsanstalten: blau-weiß karierte Bettwäsche, Schürzen und Wolldecken. "Wir gehen deshalb davon aus, dass die Täter dem linksorientierten Spektrum zuzuordnen sind" erklärt ein Polizeisprecher.

Auf dem häufig von Linken genutzten Internetportal Indymedia etwa macht der Ladenkette den Vorwurf, mit der Häftlingsbeschäftigung Zwangsarbeit in den Gefängnissen zu unterstützen und übertrieben kapitalistisch der Arbeit eine alles heilende Wirkung zuzusprechen. Der Staatsschutz übernimmt jetzt die Ermittlungen. (aa/ddp)

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