Kriminalität : Großzrazzia im Rockermilieu

Mit 260 Beamten ging die Berliner Polizei gegen einem Drogenring vor. Durchsucht wurden Objekte in Berlin und Brandenburg - gefunden wurden Rauschgift und Waffen. Es gab zahlreiche Festnahmen. Der Hauptverdächtige leitete ausgerechnet ein Drogentherapiezentrum.

Fatina Keilani

Bei einer Großrazzia mit 260 Beamten hat die Polizei in der Nacht zu Samstag elf Haftbefehle vollstreckt und drei weitere Personen festgenommen. Unter den Festgenommenen waren zwei Hauptverdächtige, die bandenmäßigen Drogenhandel betrieben haben sollen. Von den 34 und 39 Jahre alten Männern soll der 34-Jährige Mitglied des Rockerclubs MC Bandidos sein und ausgerechnet ein Drogentherapiezentrum betrieben haben.

Die Razzia begann Freitagabend um 21 Uhr; es gab 29 Durchsuchungen, davon eine in Brandenburg. Neben Beamten der Schutzpolizei waren Kräfte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) und Spürhunde beteiligt. Durchsucht wurden unter anderem das Drogentherapiezentrum in Treptow, ein Lokal in Gesundbrunnen sowie eine Gaststätte in Prenzlauer Berg.

Bei der Razzia, die von Polizei und Staatsanwaltschaft gemeinsam betrieben wurde, fanden die Ermittler unter anderem drei scharfe Pistolen, eine abgesägte Schrotflinte, diverse Hieb- und Stichwaffen, zwei Autos als mögliche Tatmittel, etwa ein halbes Pfund Kokain und rund 9,5 Kilogramm Amphetamin. Ermittelt wird wegen banden- und gewerbsmäßigen Handels mit Rauschgift. Der Einsatz dauerte bis in die Morgenstunden; die Ermittlungen und die Auswertung der sichergestellten Beweisstücke dauern an.

Der Motorradclub Bandidos ist seit Jahren im Visier der Polizei, weil einzelnen Mitgliedern immer wieder eine Nähe zur organisierten Kriminalität nachgewiesen werden konnte. Gegründet wurde der Club 1966 in den USA; seit 1999 ist er auch in Deutschland vertreten. Die Bandidos pflegen eine innige Feindschaft zu den größeren und älteren Hells Angels.

Erst Anfang Oktober stand der 26-jährige Bandido André S. wegen versuchten Totschlags vor Gericht in Cottbus. Er hatte im Februar dieses Jahres in der Cottbuser Innenstadt mehrere Schüsse abgefeuert, wie er vor Gericht zugab. Ein Mitglied der Hells Angels war dabei lebensgefährlich verletzt worden. Auch Partys der Bandidos werden meist erfolgreich von der Polizei besucht. 

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