Kriminalität : Räuber drohte mit Schreckschusspistole - Polizisten schossen scharf

Zwei Polizisten haben heute Nacht in Berlin-Neukölln einen mutmaßlichen Räuber erschossen. Er hatte die Beamten bedroht - mit einer Schreckschusspistole. Zuvor hatte er einen Mann überfallen.

Sylvia Vogt,Tanja Buntrock
Raeuber
Die Wiederbelebungsversuche des Notarztes blieben erfolglos. -Foto: Schröder

BerlinBei dem Toten handelt es sich nach Tagesspiegel-Informationen um den 22-jährigen Sebastian H. aus Neuruppin. Er hatte zunächst einen 21-jährigen Mann in der Neuköllner Saalestraße überfallen. Sebastian H. hatte den Mann, einen deutschen Touristen, mit einer Waffe bedroht und ihm sein Portemonnaie, einen Schlüsselbund und Zigaretten abgenommen. Anschließend flüchtete er. Das Opfer rief gegen 1:20 Uhr die Polizei über die Notrufnummer 110.

Die Beamten nahmen das Raubopfer in ihrem Streifenwagen mit und fuhren mit ihm die Gegend ab. In der nahegelegenen Niemetzstraße erkannte der Mann den Täter wieder. Daraufhin zogen die Polizisten zwei Beamte einer Zivilstreife hinzu, den 35-jährigen Polizeikommissar Alexander H. und den 30-jährigen Polizeimeister Björn H. Die beiden stellten den Täter schließlich in der Niemetzstraße.

Nach Informationen des Tagesspiegels riefen die Beamten "Halt, Polizei, stehen bleiben oder wir schießen". Daraufhin drehte sich der Täter plötzlich um, ließ die Beute auf den Gehweg fallen und richtete eine Waffe auf die beiden Polizisten.  Anschließend gaben beide je einen Schuss auf den 22-Jährigen ab. Ein Treffer in die linke Brust war tödlich. Die andere Kugel traf den linken Arm. Sebastian H. erlag noch am Tatort seinen Verletzungen.

Wie sich später herausstellte, handelte es sich bei der Waffe des Erschossenen um eine Schreckschusspistole. Diese sehen allerdings scharfen Waffen zum Verwechseln ähnlich. Offenbar haben mehrere Zeugen den Vorfall beobachtet, darunter auch das Raubopfer.

Nach bisherigen Informationen geht die Polizei nicht von einem Verschulden der Beamten aus. Dennoch ermittelt die Mordkommission wegen vorsätzlicher Tötung, wie in solchen Fällen üblich. Die beiden Polizisten erlitten einen Schock und werden momentan ärztlich betreut. Sie werden nicht suspendiert und werden voraussichtlich in den Dienst zurückkehren, so bald sie wieder einsatzfähig sind.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben