Kriminalität : Rapper "Massiv" in Neukölln angeschossen

Aus nächster Nähe hat ein Maskierter gestern in Neukölln mehrere Schüsse auf den Rapper "Massiv" abgegeben. Der Musiker wurde bei dem Angriff an der Schulter verletzt. Der Täter ist auf der Flucht.

Berlin Der Musiker stand nach Angaben der Polizei gerade an seinem Auto und telefonierte, als ein maskierter Täter vor ihn trat, etwas Unverständliches sagte und dann vermutlich drei Schüsse abfeuerte. Der Rapper erlitt einen Schulterdurchschuss und kam zunächst ins Krankenhaus. Der Rapper sei "entsetzt" und könne sich den Angriff nicht erklären, teilte ein Sprecher des Rappers mit. Die Hintergründe der Tat sind nach Angaben der Polizei noch offen.

Der Täter flüchtete in einem Wagen. Schauplatz der Attacke in Neukölln war die Schierker Straße. Nach Angaben seines Sprechers verlor Massiv bei der Attacke viel Blut. "Er sieht wirklich erbärmlich aus", sagte er am Tag nach den Schüssen. Der Sänger sei auf eigenen Wunsch noch nachts aus dem Krankenhaus entlassen worden. Das Ganze hätte demnach viel schlimmer ausgehen können. "Er hat großes Glück gehabt."

Dass der Vorfall zu einem "Rapper-Krieg" zwischen verfeindeten Musikern gehört, gilt nach Meinung von Ermittlern indes als unwahrscheinlich. Ende November kam es in Berlin schon einmal zu einem Angriff auf einen Rapper: Drei maskierte Männer überfielen den Musiker "Fler" im MTV-Studio. Ein Leibwächter wehrte die Messerattacke ab.

Schlägerei bei "Massiv"-Konzert

Mit seinem kahlrasierten Schädel, Tätowierungen und Videoszenen hinter Gittern gibt sich der bullig gebaute Massiv als typischer "Gangsta-Rapper", der auf den Spuren von internationalen Stars wie 50 Cent und Eminem wandelt. In seinen Texten singt der Wahl-Berliner über Gewalt und das Leben auf der Straße.

Bei einem Konzert in Duisburg war es im Sommer 2007 zu einer Schlägerei gekommen. "Ich habe wirklich noch nie ein so hohes Neidpotenzial gesehen wie bei mir", sagte Massiv danach in einem RTL-Interview. Darin bestritt er vehement, dass es sich bei der Schlägerei um einen PR-Gag handelte.

Massiv ("Wenn der Mond in mein Ghetto kracht") ist bei der Plattenfirma Sony BMG unter Vertrag und arbeitete bereits mit Rapper Sido zusammen. Er wurde als Sohn palästinensischer Flüchtlinge in Pirmasens geboren. 1996 kam "Massiv" zum ersten Mal in die Hauptstadt. Heute lebt er in Berlin-Wedding. (küs/dpa)

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