Kriminalität : Razzien im Rockermilieu in Berlin und Brandenburg

UPDATE Die Polizei ist erneut mit einer Razzia gegen die Rockerkriminalität in Berlin und Brandenburg vorgegangen. Bei Durchsuchungen in zahlreichen Objekten wurden unter anderem mehrere Hieb- und Stichwaffen sichergestellt.

In Berlin-Weißensee durchsuchte die Polizei am Mittwochabend zwei Klubheime von dem MC Bandidos nahestehenden Rockern. Etwa 60 Beamte fahndeten in den  Heimen sowie in drei Privatwohnungen nach Beweismaterial für den Überfall auf eine Weißenseer Diskothek im April und einen Raub in Magdeburg.

Die Brandenburger Polizei hatte am Mittwochmorgen erneut Razzien im Rockermilieu durchgeführt. Es seien zahlreiche Objekte in Westbrandenburg durchsucht worden, sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums Potsdam, Rudi Sonntag. Dabei sei umfangreiches Beweismaterial sichergestellt worden, darunter Hieb- und Stichwaffen. Details über die Aktion wollten Polizeipräsident Rainer Kann und Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) mittags bei einer Pressekonferenz bekanntgeben.

Nach dem Verbot des "Chicanos MC Barnim" in Eberswalde Ende August und Durchsuchungen in Ostbrandenburg in der vergangenen Woche war die Razzia in Westbrandenburg die dritte konzertierte Aktion der Polizei innerhalb weniger Wochen. In Brandenburg war es in den vergangenen Monaten immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Rockerbanden gekommen. Hintergrund sind nach Erkenntnissen der Polizei verschärfte Auseinandersetzungen um die Vorherrschaft in der Türsteher-, Rotlicht- und Drogenszene. Es geht zudem um Kriminalitätsfelder wie Schutzgelderpressung oder Hehlerei. Bei Polizeieinsätzen wurden vielfach Waffen und gefährliche Gegenstände aufgefunden.

Das Landeskriminalamt hat zur verstärkten Bekämpfung der Rockerkriminalität in diesem Jahr eine eigene Abteilung mit elf Mitarbeitern gegründet. Leiter Michael Gellenbeck geht davon aus, dass derzeit rund 250 Personen zum harten Kern der Rockerszene in Brandenburg gehören. (svo/ddp)

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