Kriminalität : Zahl der Brandanschläge auf Autos steigt

Wo haben Sie geparkt? Seit dem Jahr 2005 hat sich die Zahl der jährlichen Brandanschläge beinahe verdoppelt. Vor allem Friedrichshain, Prenzlauer Berg und Kreuzberg sind betroffen. In diesem Jahr wurden bisher 72 Autos angezündet. Drei Täter wurden bisher verurteilt.

Janina Guthke
Brennendes Auto
Zerstörungswut. Immer wieder brennen Autos in Berlin, so wie hier im Januar in Friedrichshain. -Foto: dpa

BerlinDie Zahl der Brandanschläge auf Autos steigt in Berlin kontinuierlich an. Zwischen den Jahren 2005 und 2008 haben sich die gezählten Straftaten mit 163 zu 296 Fällen beinahe verdoppelt. Auch der Anteil an politisch motivierten Taten ist gestiegen. Nachdem vor vier Jahren 18 Brandstiftungen als politisch motivierte galten, stieg die Zahl im Jahr 2007 auf einen Höhepunkt von 113 (Gesamt: 259), fiel dann 2008 jedoch wieder auf 73 Fälle. In den Jahren 2005 bis 2008 wurden insgesamt 928 Autos angezündet, davon 234 mit politisch motiviertem Hintergrund.

Die politischen Brandanschläge verteilen sich vor allem über die Bezirke Friedrichshain, Kreuzberg, Mitte und Prenzlauer Berg. Spitzenreiter ist Friedrichshain mit 72 Fällen von 2005 bis heute. Kreuzberg folgt mit 20 politischen Taten Rückstand im selben Zeitraum.

In den ersten vier Monaten dieses Jahres wurden 76 Brandanschläge gezählt, 30 davon gelten als politisch motiviert. Spitzenreiter ist in diesem Zeitraum Prenzlauer Berg mit bisher neun politischen Brandanschlägen.

Die Anschläge werden vor allem von jugendlichen Tätern mit Drang zum Vandalismus begangen. Nur in seltenen Fällen sollen Pyromanen oder Beziehungstäter am Werk gewesen sein. Bei politisch motivierten Brandanschlägen werden die Täter vor allem einem linksextremistischen Hintergrund zugeordnet. Von diesen wurden bisher zwei Täter zu einem zweiwöchigen Freizeitarrest und 40 Stunden Freizeitarbeit sowie ein weiterer zum Absolvieren eines Kurses "Leben ohne Suff" verurteilt.

Eine Sonderkommission soll trotz der gestiegenen Zahl der Fälle nicht eingesetzt werden. Die zuständige Fachdienststelle werde je nach Arbeitsanfall personell verstärkt oder entlastet, erklärte der Berliner Innensenator Ehrhart Körting auf eine kleine Anfrage des CDU-Abgeordneten Dr. Robbin Juhnke.

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