Kriminalstatistik : Niedrigster Stand seit 1998: Zahl der Raubtaten sinkt

Die Polizei hat zum Jahresende einen erfreulichen Trend zu vermelden: In Berlin sind in diesem Jahr weniger Raubüberfälle als in den vergangenen zehn Jahren begangen worden.

 „Stadtweit gibt es erstmals einen Rückgang um rund 20 Prozent“, sagt Polizeipräsident Dieter Glietsch. Hält dieser Trend bis Jahresende an, wären dies für 2008 rund 6400 Überfälle. Das wäre ein Fünftel weniger als im vergangenen Jahr, für das die Kriminalitätsstatistik insgesamt 8027 solcher Straftaten ausweist. Von 2002 bis 2005 verzeichnete die Statistik noch einen stetigen Rückgang von 8836 auf 7878 Delikte, seither einen leichten Anstieg. Seit 1998 lag die Zahl der Überfälle meist deutlich über 8000 und nur in den Jahren 2001, 2005 und 2006 knapp unter dieser Marke.

Als Ursache der Entwicklung nennt die Polizei neben der Gewaltprävention an Schulen das gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft betriebene Intensivtäter-Konzept. In einer Datenbank sind inzwischen rund 900 Jugendliche registriert, die mehr als zehn schwere Straftaten haben. Polizei und Justiz kontrollieren diese Täter verstärkt. Jugendliche und heranwachsende Täter sind für das Gros der Überfälle verantwortlich. Laut Kriminalitätsstatistik waren im vergangenen Jahr etwa zwei Drittel der ermittelten Täter noch keine 21 Jahre alt.

Nach Angaben der Polizei betrifft der deutliche Rückgang alle Arten von Raubdelikten. Es werden also weniger Handtaschen und Mobiltelefone geraubt, und es gibt weniger Überfälle auf Banken, Geschäfte und Tankstellen. Genaue Zahlen dazu würden aber erst Anfang 2009 bekannt gegeben, so die Polizei gestern.

Im vergangenen Jahr zählte die Polizei insgesamt 2896 Überfälle auf der Straße, 557 Zahlstellen und Geschäfte wurden 2007 ausgeraubt. Rückläufig ist laut Polizei die Zahl der sogenannten Rohheitsdelikte insgesamt, zu denen neben Raub auch Nötigung, Bedrohung und Körperverletzung zählen. Seit Jahresbeginn wurden bislang 9836 Fälle von Körperverletzung registriert. Dies bedeute einen Rückgang um 3,3 Prozent, hieß es bei der Polizei. wek

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