Kultureller Dialog : Polizei und Ahmadiyya-Gemeinde wollen zusammenarbeiten

Bei der Berliner Polizei und der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde scheint es mit gegenseitiger Anerkennung nicht zum Besten zu stehen. Deswegen soll nach langen Verhandlungen am Montag ein Abkommen geschlossen werden.

BerlinMit mehr als vier Monaten Verzögerung wollen die Polizeidirektion 1 und die Ahmadiyya-Muslim-Jamaat-Gemeinde am Montag in Pankow einen Kooperationsvertrag unterzeichnen. Ziel der Vereinbarung sei die Verbesserung des Dialogs sowie die Vermittlung kultureller und religiöser Werte zur Steigerung des wechselseitigen Verständnisses, sagte ein Polizeisprecher. Es ist die zweite Vereinbarung dieser Art in Berlin. Die beiden Kooperationen sind Bestandteile des bundesweiten Projektes Transfer interkultureller Kompetenz (TiK).

"Die Vereinbarung stellt klar, dass sich Polizei und Gemeinde als gleichberechtigte Partner begegnen", sagte ein Behördensprecher. Das soll etwa dadurch zum Ausdruck kommen, dass man gemeinsam Informationsveranstaltungen organisiere. Die Kooperation umfasse keinen Polizeischutz. "Aber wir haben ein Auge auf die Baustelle", sagte der Polizeisprecher, "das ist klar". Auch wird sich die Religionsgemeinschaft ausdrücklich zum Grundgesetz bekennen.

Späte Unterschrift

Ursprünglich war die Unterzeichnung des Vertrags für Anfang Juli vorgesehen. Sie wurde jedoch verschoben, da die Gemeinde kurzfristig mehrere inhaltliche Veränderungen wünschte. Unter anderem wollte sie als Religionsgemeinschaft und nicht als Moschee-Gemeinde bezeichnet werden. Viele Gegner des Moscheebaus hatten es als Anlass zur Kritik genommen, dass die Gemeinde so lange nicht unterschrieben hatte und damit nicht eindeutig die Anerkennung ds Grundgesetzes ausdrückte. Der Vertrag wird Montag den 26. November unterschrieben vom Leiter der Polizeidirektion, Klaus Keese, und vom Imam der Gemeinde, Abdul Basit Tariq.

Die Ahmadiyya Muslim Gemeinde errichtet für ihre 250 Berliner Mitglieder bis zum Sommer kommenden Jahres im Pankower Ortsteil Heinersdorf eine zweistöckige Moschee mit einem zwölf Meter hohen Minarett. Gegen den ersten Moscheeneubau in Ost-Berlin macht die Interessengemeinschaft Pankow-Heinersdorfer Bürger (ipahb) mobil. (mit ddp)

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