Landgericht : Vater wegen Missbrauch seiner Töchter verurteilt

Ein 60-Jähriger wurde vom Landgericht Berlin schuldig gesprochen, seine beiden Töchter über Jahre hinweg sexuell missbraucht zu haben. Vor Gericht zeigte der Verurteilte Reue.

Wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Schutzbefohlenen hat das Landgericht Berlin am Montag einen 60-jährigen Mann zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Der BVG-Angestellte wurde schuldig gesprochen, sich über Jahre an seinen beiden minderjährigen Töchtern sexuell vergangen zu haben. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass es im Zeitraum von 1998 bis 2004 in der Wilmersdorfer Wohnung der Familie zu mehr als 330 derartigen Übergriffen kam. Die Mädchen waren anfangs elf und zwölf Jahre alt.

Die Ältere von ihnen hatte 2007 den Vater angezeigt. Sie habe damit ihre jüngere Schwester schützen wollen, äußerte die Opferanwältin. Ihren Angaben nach war es der „ausdrückliche Wunsch“ der Töchter, dass der Vater bei einem Geständnis eine Bewährungsstrafe bekommt.

Im Prozess traten beide Kinder zwar als Nebenkläger auf. Sie beriefen sich jedoch auf ihr Aussageverweigerungsrecht und machten keine weiteren Angaben vor Gericht. Im Verfahren wurde dann ein Vergleich auf Zahlung von jeweils 5000 Euro Schmerzensgeld geschlossen, die der 60-Jährige an die beiden Mädchen zahlen muss. Zugleich legte er ein pauschales Geständnis ab.

Fast 1300 Missbrauchstaten, die ursprünglich mitangeklagt waren, wurden im Prozess dann eingestellt, weil sie dem Gericht zufolge nicht „griffig“ genug waren. In seinem Schlusswort hatte sich der Vater unter Tränen bei den Töchtern entschuldigt. Er bedauere sein Verhalten „zutiefst“ und wisse, dass er das „Unrecht nicht wieder gutmachen könne“, sagte der 60-Jährige, der nicht vorbestraft ist.

Das Gericht wies ihn an, an drei Beratungsgesprächen beim Verein „Kind im Zentrum“ teilzunehmen. Vom Ausgang dieser Gespräche hänge ab, ob der Angeklagte eine Therapie machen müsse, hieß es im Urteil. (ddp)

1 Kommentar

Neuester Kommentar