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Landkreis Barnim in Brandenburg : Berliner Erstklässlerin im Werbellinsee tödlich verunglückt

Eine siebenjährige Schülerin aus Neukölln ist am Montagnachmittag nach einem Badeunfall im Werbellinsee gestorben. Das Kind war auf Klassenfahrt, Seelsorger kümmern sich um die Mitschüler.

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Eine Grundschülerin aus Berlin ist auf einer Klassenfahrt nach einem Badeunfall im Werbellinsee in Brandenburg gestorben.
Eine Grundschülerin aus Berlin ist auf einer Klassenfahrt nach einem Badeunfall im Werbellinsee in Brandenburg gestorben.Foto: dpa

Am Werbellinsee (Landkreis Barnim in Brandenburg) hat sich am Montagnachmittag ein tragisches Unglück ereignet. Gegen 16 Uhr wurde eine sieben Jahre alte Erstklässlerin aus Berlin-Neukölln bewegungslos im Wasser des Sees gefunden.

"Trotz sofort eingeleiteter Wiederbelebungsmaßnahmen verstarb die Schülerin im Krankenhaus", teilte die zuständige Polizeidirektion Ost Brandenburg am Dienstagvormittag mit. Das Unglück habe sich während eines Badeausflugs ereignet, so die Polizei. Die Ermittlungen zu den Todesumständen laufen.

Tragisches Ende einer Klassenfahrt

Nach Angaben der Senatsschulverwaltung war die Schülerin mit etwa 75 Mitschülern aus mehreren Klassen auf einer Klassenfahrt gewesen. Die Kinder und ihre Lehrer waren in der Europäischen Jugenderholungs- und Begegnungsstätte (EJB) Werbellinsee untergebracht.

"Es waren Aufsichtspersonen im Wasser, es waren Aufsichtspersonen am Strand", sagte eine Sprecherin der Schulverwaltung. Auch ein Bademeister sei vor Ort gewesen, hieß es. Trotzdem konnte das Unglück nicht verhindert werden: "Was genau passiert ist, wissen wir auch noch nicht", sagte die Sprecherin.

Ein Sprecher der Polizeidirektion Ost sagte am Dienstagmittag, dass sich das Unglück auf dem Gelände der EJB Werbellinsee ereignet habe. "Das Kind wurde im Nichtschwimmerbereich am Strand der Begegnungsstätte bemerkt. Leider haben die Reanimationsmaßnahmen nicht mehr zum Erfolg geführt."

Die Polizei geht davon aus, dass das Mädchen ohne fremde Einwirkung ertrunken ist. "Es gibt derzeit keine anderen Erkenntnisse. Unregelmäßigkeiten an der Badestelle wurden bislang nicht festgestellt,", sagte der Sprecher. Der Leichnam des Kindes soll nun obduziert werden, um endgültige Klarheit über die Todesursache zu bekommen.

Mitschüler werden von Seelsorgern betreut

Die Klassenfahrt wurde nach dem Unglück abgebrochen, die Kinder kehrten zu ihren Familien zurück. "Seelsorger und Schulpsychologen kümmern sich um die Schüler und die Lehrer, beraten und betreuen sie", so die Sprecherin. Zum Zeitpunkt des Unglücks hielten sich auch Schüler einer anderen Berliner Schule am Werbellinsee auf, auch sie werden nun seelsorgerisch betreut.

Die Schule wandte sich am Dienstagmittag in einem Brief an die Eltern. "Bei der Klassenfahrt an den Werbellinsee gab es am Montag, dem 06.06.2016 einen schweren Badeunfall. Ein Mädchen der 1. Klasse ist dabei tödlich verunglückt", heißt es in dem Schreiben, das dem Tagesspiegel vorliegt. "Unsere Gedanken und unser Mitgefühl gelten der Familie, den Angehörigen und Freunden des Mädchens. Wir hoffen, dass es uns gemeinsam gelingt, dieses Ereignis zu verarbeiten und die Kinder in dieser schweren, besonderen Situation mit allen unseren Kräften zu unterstützen und zu begleiten."

Tödliche Unglücke in den Jahren 2014 und 2015

Es war nicht das erste tödliche Unglück, dass sich während eines Schulausflugs zur ehemaligen "Pionierrepublik Wilhelm Pieck" am Werbellinsee ereignete.

Im August 2015 stürzte ein angehender Erzieher während eines nächtlichen Versteckspiels mit seinen Kollegen in einem stillgelegten Gebäude in den Tod. Wie damals berichtet, war das 20-Jährige Opfer als Betreuer einer 110-köpfigen Kindergruppe aus Potsdam zum Werbellinsee gefahren.

Vor gut zwei Jahren war schon einmal ein Grundschüler während eines Schulausflugs zur EJB tödlich verunglückt. Wie im Juni 2014 berichtet, war der Zwölfjährige aus Ketzin im Havelland eine Treppe zum Strand hinabgestürzt. Er war mit dem Hals gegen einen Baumstumpf geprallt und erlag seinen schweren Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft wirft den Betreibern vor, die "Gefahrenquelle" unzureichend gesichert zu haben und leitete ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung ein. Der Fall liegt beim Amtsgericht Eberswalde. Über die Eröffnung eines Hauptverfahrens sei noch nicht entschieden, hieß es.

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