Leichenfund : Russische Künstlerin tot in Schleuse gefunden

Die seit drei Wochen in Berlin vermisste russische Künstlerin und Kreml-Kritikerin Anna Michaltschuk hat vermutlich Selbstmord begangen. Die Vermisste wurde im Becken einer Schleuse in Mitte gefunden.

Wochenlang gab es keine Spur von ihr. Nun ist die russische Künstlerin Anna Michaltschuk gefunden worden. Am Donnerstagmittag wurde ihre Leiche im Becken der Mühlendammschleuse in Mitte entdeckt. Beamte der Wasserschutzpolizei bargen die Tote aus der Spree.

Bisher gibt es laut Polizei keine Hinweise, dass die Künstlerin Opfer eines Verbrechens geworden ist. Offensichtlich hat sie sich das Leben genommen. Endgültige Klarheit über die Todesursache erhoffen sich die Ermittler von der nun anstehenden Obduktion. Einen
politischen Hintergrund hatte die Polizei bereits während der Suche nach der Frau ausgeschlossen.

Wegen "Anstiftung zur nationalen Zwietracht" angeklagt

Anna Michaltschuk hatte am Freitag vor Ostern ihre Charlottenburger Wohnung in der Nähe des Lietzensees verlassen und wurde seitdem vermisst. Medienberichten zufolge litt sie unter Depressionen. Die Frau lebte seit November 2007 in Berlin. In ihrer Heimat war die 52-Jährige unter dem Pseudonym Anna Alchuk eine bekannte Künstlerin.

Michaltschuk hatte unter anderem 2003 die umstrittene Ausstellung "Caution Religion" im Moskauer Andrei Sakharov Museum mitorganisiert. Diese stieß in konservativen russisch-orthodoxen Kreisen auf Widerstand und wurde verwüstet. Die Künstlerin kam zwei Jahre später wegen Anstiftung zu nationaler und religiöser Zwietracht vor Gericht. Für sie endete der Prozess mit einem Freispruch. Die Künstlerin hatte auch mehrfach Kritik am russischen Präsidenten Wladimir Putin geäußert. (stb/ddp)

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