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Leipziger Platz : Erneut Feuer-Alarm in der "Mall of Berlin"

Am Donnerstag wurde die "Mall of Berlin" eröffnet - am Sonnabendnachmittag musste sie bereits zum zweiten Mal geräumt werden. Grund war ein Fehlalarm.

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Und so sieht die "Mall of Berlin" von innen aus.
Und so sieht die "Mall of Berlin" von innen aus.Foto: AFP

In der frisch eröffneten "Mall of Berlin" am Leipziger Platz gab es am Sonnabendnachmittag wieder einen Feueralarm. Gegen 14.35 Uhr wurde durch Lautsprecher durchgesagt, dass Kunden und Personal "wegen technischer Probleme" sofort die Gebäude verlassen sollen. Doch sehr schnell konnte der Sicherheitsdienst der Mall feststellen, dass im Bereich des ausgelösten Melders nichts ist. Telefonisch wurde die Feuerwehr um 14.36 Uhr darüber informiert, diese schickte nur ein Fahrzeug "zur Erkundung" wie es in der Leitstelle hieß. Mit einer weiteren Durchsage wurden die Kunden informiert, dass die Mall wieder betreten werden kann, schnell waren alle Geschäfte wieder geöffnet. Die Durchsage, dass die Störung behoben sei, sei sehr schnell erfolgt, berichtete um 14.50 Uhr zwei Berliner, die in der Passage im Cafe saßen.

Einen Tag zuvor war die Feuerwehr mit einem Großaufgebot am Leipziger Platz angerückt. Arbeiter hatten gegen 16.30 Uhr bei Schleifarbeiten im Inneren des Gebäudes so viel Staub erzeugt, dass die Brandmeldeanlage auslöste. Der Alarm ging automatisch direkt an die Feuerwehr, diese war mit zahlreichen Fahrzeugen ausgerückt. Was den Melder am Sonnabend anspringen ließ, ist unklar. Die Feuerwehr sprach von Wasserdampf. Investor Harald Huth sagte dem Tagesspiegel, dass jemand möglicherweise eine Zigarette unter den Rauchmelder gehalten habe.

Dass der Sicherheitsdienst der Mall am Sonnabend erst selbst erkundete, ob es tatsächlich brennt, ist zulässig, hieß es am Sonnabend bei der Feuerwehr. Viele Feuerwehrleute erinnern sich noch gut an die massenhaften Fehlalarme nach der Eröffnung des Potsdamer Platzes. Dort hatte es 1999/2000 etwa 500 Fehlalarme innerhalb eines Jahres gegeben. Der damalige Feuerwehrchef Albrecht Broemme hatte die Investoren damals massiv kritisiert und angedroht, dass gezahlt werden müsse. Hauptgrund für die vielen Fehlmeldungen war damals die zu Beginn extrem empfindliche Einstellung der Brand- und Rauchmelder. So heulten die Sirenen, wenn ein Koch mit einer dampfenden Pfanne die Küche verließ oder in den Hotelzimmern des Hyatts zu lange heiß geduscht wurde. Zahlreiche Alarme gab es auch, weil in den Tiefgaragen gefegt wurde. Auf Druck der Feuerwehr reagierten die Konzerne: Viele der 8500 Melder wurden ganz abgeschaltet oder auf geringe Empfindlichkeit. Daimler-Chrysler schaltete mehr als ein Jahr nach Eröffnung eine "Erkundungszeit" zwischen Alarmeingang und Weitergabe an die Feuerwehr. Die Feuerwehr begrüßte dies damals, eine Wartezeit von maximal drei Minuten sei sinnvoll. Genau dieses Verfahren ersparte den Löschzügen am Sonnabend die Fahrt zur "Mall" am Leipziger Platz.

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