Leserdebatte : Wird zu viel über Auto-Brandstiftung berichtet?

In Hamburg meldet der Polizei-Pressedienst nicht mehr jeden Fall von Brandstiftung an Fahrzeugen - um keine Nachahmer-Taten zu provozieren. Was halten Sie von dieser Strategie? Wäre dies auch für Berlin eine Option? Diskutieren Sie mit!

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Brennende Autos. Nicht mehr alle Fälle werden gemeldet - um Nachahm-Taten zu vermeiden.
Brennende Autos. Nicht mehr alle Fälle werden gemeldet - um Nachahm-Taten zu vermeiden.Foto: dpa

Die aktuelle Serie von Autobrandstiftungen nimmt kein Ende. Seit Mitte Mai sind in Berlin fast jede Nacht mehrere Autos in Flammen aufgegangen, ohne dass ein einziger Täter gefasst werden konnte. Aktuell zählt die Polizei für das Jahr 2011 bereits 63 Anschläge, wenn die Serie nicht abreißt, wird der Negativ-Rekord des Jahres 2009 eingestellt.

Ermittler sehen eine mögliche Erklärung der jüngsten Serie auch im Medienecho auf die Zündeleien. Im ebenfalls stark betroffenen Hamburg handelt es sich bei zahlreichen Fällen offenbar um Nachahmer-Taten, die vor allem dann vorkamen, "wenn etwas groß in der Zeitung gestanden hat", wie ein Sprecher der dortigen Polizei mitteilt. Daher hatte der Polizeipräsident der Hansestadt sämtliche Medien gebeten, möglichst zurückhaltend über die Brandstiftungen zu berichten. Dies soll zu einem spürbaren Rückgang geführt haben. Außerdem ist die Polizei in Hamburg dazu übergegangen, nicht mehr jeden Brandanschlag im Pressedienst zu veröffentlichen. Die Berliner Polizei meldet dagegen bislang jedes brennende Auto. 

Was halten Sie von der Strategie der Hamburger Polizei? Empfinden Sie die mediale Aufmerksamkeit für Autobrandstiftung als angemessen, oder glauben Sie auch, dass dadurch Nachahmer-Taten provoziert werden? Sollte auch die Berliner Polizei dazu übergehen, nicht jeden Brandanschlag per Pressemitteilung zu veröffentlichen? Was meinen Sie? Schreiben Sie uns Ihre Meinung in das Kommentarfeld weiter unten und diskutieren Sie das Thema mit anderen Lesern!

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