Lichtenberg : Beamtin wegen Berlinpass verprügelt

Erneut kam es zu körperlichen Angriffen auf einem Bürgeramt. Weil sie ihren Berlinpass abgeben musste, rastete eine Frau aus und prügelte auf eine Beamtin ein. Die Angreiferin floh, die Beamtin musste ärztlich versorgt werden.

BerlinSie musste ihren Berlinpass abgegeben. Das war am Donnerstag ein aureichender Grund für eine Frau mit Fäusten auf eine Beamtin loszugehen. Die Mitarbeiterin des Lichtenberger Bürgeramts in der Egon-Erwin-Kisch-Straße hatte am frühen Abend bemerkt, dass die 25-Jährige den Berlinpass für sozial schwache Menschen zu Unrecht besessen hatte, wie ein Polizeisprecher am Freitag mitteilte. Der Ausweis, der vergünstigten Eintritt bei Kultur-, Sport- und Freizeitveranstaltungen gewährt, wurde eingezogen. Darauf ging die 25-Jährige mit Fäusten auf die Beamtin los und floh anschließend. Ihr Opfer musste ambulant behandelt werden.

Die Situation in den Bürgerämtern ist seit Einführung des Berlinpasses schwierig. Lange Schlangen, überforderte Mitarbeiter und genervte Antragsteller führen immer wieder zu brenzligen Situationen. In Neukölln werden seit Anfang Februar die Mitarbeiter von einem Wachmann beschützt. Nicht ohne Grund: Ein Unbekannter prügelte auf eine Mitarbeiterin ein, die dadurch einen Kieferbruch erlitt. Nachdem das Amt die Ausgabe des Berlinpasses übernommen hat, stieg die Kundenzahl um ein Viertel. Die Kapazitäten der Mitarbeiter sind damit mehr als ausgeschöpft, die Geduld der Antragsteller ebenso.

Ausgabe verbleibt bei den Bürgerämtern

Trotz aller Problem lehnte der Senat vor knapp einer Woche eine Ausgabe der Berlinpässe in den Jobcentern ab. Innensenator Ehrhat Körting erklärte, dies sei Sache der Bezirke. Diese seien auch verantwortlich für die Einrichtung und Besetzung der Stellen zur Vermeidung von "unkontrollierbaren Kundenströmen". Immerhin habe es dafür auch zusätzliche Gelder gegeben.

Seit dem 1. Januar wurde der Berlinpass bereits an rund 32.500 Berliner ausgehändigt. Seit der Einführung sehen sich viele der für die Aushändigung zuständigen Bürgerämter zunehmend überlastet. (jg/ddp)

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