Lichterfelde : Brennender Kinderwagen verursacht Wohnhausbrand - zwei Verletzte

Erneut hat am Montagnachmittag ein Kinderwagen in einem Wohnhaus gebrannt, zwei Menschen wurden verletzt. Die Polizei vermutet hinter der Serie von Brandstiftungen mehrere Täter mit verschiedenen Motiven.

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Noch einmal gut gegangen: Die Feuerwehr konnte einen brennenden Kinderwagen in einem Hellersdorfer Hausflur rasch löschen: Aufmerksame Mieter hatten die Feuerwehr alarmiert. Immer wieder sind Kinderwagen in Hausfluren das Ziel von Brandstiftern.Alle Bilder anzeigen
Foto: Andreas Meyer
27.10.2010 08:13Noch einmal gut gegangen: Die Feuerwehr konnte einen brennenden Kinderwagen in einem Hellersdorfer Hausflur rasch löschen:...

Wieder war es ein angezündeter Kinderwagen, der am Montag einen Brand in einem Wohnhaus auslöste. Dabei wurden zwei Mieter verletzt.

Gegen 17.30 Uhr bemerkte ein 25-Jähriger, dass es im Keller des Zehngeschossers in der Sewanstraße brannte und rief die Feuerwehr. Der Qualm breitete sich offenbar rasend schnell im Treppenhaus aus. Eine 22-Jährige, die mit einem 26-jährigen Mieter das Haus verlassen wollte, erlitt eine Rauchgasvergiftung. Der Mann verbrannte sich an den Händen, als er im dichten Qualm versuchte, das Treppengeländer zu ertasten. Beide wurden in Krankenhäuser gebracht.

Nach ersten Erkenntnissen sollen der oder die Brandstifter einen Kinderwagen, der unter der Kellertreppe stand, entflammt haben. Wie der Wagen angezündet worden war, konnte die Polizei nicht sagen. "Die zuständige Kripo ermittelt", hieß es.

Wie berichtet, rückt die Feuerwehr mehrmals die Woche zu Wohnhausbränden aus. Häufig sind es Kinderwagen oder Gerümpel im Hausflur, dass die unbekannten Brandstifter anzünden.

Ende Januar hatten in einem Neuköllner Wohnhaus in der Okerstraße Unbekannte ebenfalls einen Kellerverschlag angezündet. Die Feuerwehr hatte den Brand rasch unter Kontrolle, die Bewohner des Hauses waren von den Einsatzkräften auf die Straße geführt worden und kamen mit dem Schrecken davon.

Zu welcher Klientel die Täter, die in Wohnhäusern zündeln gehören und was sie antreibt, dazu konnten sowohl Ermittler des Landeskriminalamtes als auch die Feuerwehr offiziell nichts sagen. "Es kann theoretisch jeder sein. Eine Aussage zur Täterstruktur wäre rein spekulativ", sagte ein Ermittler lediglich. Allerdings zeigten die Erfahrung und die Ergebnisse bereits aufgeklärter Fälle, dass fast alle Altersgruppen vertreten sind - die Motivation ist unterschiedlich.

So war es in der Moabiter Ufnaustraße im Jahr 2005 ein Junge, der aus Langeweile im Treppenhaus gekokelt und einen Kinderwagen angezündet hatte. Bei dem Feuer starben neun Mieter, weil sie durchs völlig verqualmte Treppenhaus fliehen wollten.

In anderen Fällen waren die Feuerleger "psychisch Gestörte", die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollten. Aber auch aus Hass auf Vermieter oder Nachbarn legen Brandstifter häufig Feuer in Keller oder Hausfluren. Jüngstes Beispiel ist der 60-jährige Horst Richard P., der in Verdacht steht, vor knapp zwei Wochen Feuer in mehreren Aufgängen eines Wohnhauses in der Weddinger Seestraße gelegt zu haben. Für seine Wohnung war an jenem Tag eine Zwangsräumung geplant: P. soll sowohl mit seinen Heizkosten- als auch mit seinen Mietzahlungen in Rückstand gewesen sein bei der Hausverwaltung.

"Fast immer ist es aber so, dass die Feuerleger das Material nicht mitbringen, um einen Brand zu entfachen. Sie bedienen sich meist der Gegenstände, die im Hausflur oder Keller herumstehen", sagte ein Ermittler. Daher sei es ratsam, dass die Nachbarn möglichst nichts in den Fluren lagern, was leicht zu entzünden ist. Darüber hinaus fordert die Polizei Berliner Mietern und Eigentümern, die Haus- und Durchgangstüren geschlossen zu halten und nicht bei jedem Klingeln arglos auf den Türöffner zu drücken.

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