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Live-Ticker zum Nachlesen : Gegendemonstranten festgenommen

Zwei Demos finden heute in Berlin statt: Begleitet von Gegenprotesten demonstrieren Anhänger der rechtspopulistischen Partei Pro Deutschland vor Moscheen in Berlin. Außerdem findet der israelfeindliche Al-Kuds-Aufzug statt. Die Geschehnisse vom Samstag können Sie in unserem Ticker nachlesen.

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Al-Kuds-Tag in Berlin: Unter dem Motto „Unterstützung für Palästina“ gingen in Berlin nach Polizeiangaben etwa 600 Demonstranten auf die Straße. So wie diese Muslima, die ein UN-kritisches Schild hochhält.Alle Bilder anzeigen
Foto: Reuters
18.08.2012 17:25Al-Kuds-Tag in Berlin: Unter dem Motto „Unterstützung für Palästina“ gingen in Berlin nach Polizeiangaben etwa 600 Demonstranten...

19:30: Weil sie Farbbeutel und andere Gegenstände warfen, sind fünf Gegendemonstranten der Pro-Deutschland-Demo festgenommen worden. Der Zwischenfall geschah in Neukölln.

18:30: Die Polizei korrigiert die Teilnehmerzahlen des Al-Kuds-Aufzuges auf knapp über 1.000 Teilnehmer. Zusätzlich hat es zwei Gegenkundgebungen gegeben, zu denen etwa 400 Menschen kamen.

17:04: Al-Kuds ist der arabische Name für Jerusalem. Der Feiertag geht auf den iranischen Revolutionsführer Ajatollah Khomeini zurück, der 1979 alle Muslime zur Solidarität mit den Palästinensern aufgerufen hatte. Hintergrund ist die Besetzung Ost-Jerusalems durch Israel während des Sechstagekrieges 1967. Auch im Iran waren am Freitag Hunderttausende auf die Straße gegangen, um gegen Israel zu protestieren.

16:38: Der alljährlich im Iran gefeierte Al-Kuds-Tag mobilisiert Befürworter und Gegner. Unter dem Motto „Unterstützung für Palästina“ gingen in Berlin nach Polizeiangaben etwa 600 Demonstranten auf die Straße. Rund 150 Menschen versammelten sich zu einer Gegendemonstration. Sie hielten Plakate hoch mit der Aufschrift „Gegen Islamismus und Antisemitismus“. Bisher ist es friedlich.

15.20 Uhr: Gegendemonstranten versuchen den Anhängern von Pro Deutschland die Tour zu vermasseln. Neben Demonstrationen unter dem Motto „Pro Deutschland die Tour vermasseln“ ist auch ein „Festival gegen Rassismus“ mit Lesungen und Theateraufführungen am Blücherplatz in Kreuzberg geplant. Ziel dieses Treffens ist nach Angaben der Veranstalter, eine bundesweite Plattform zur Vernetzung von rassismus-kritischen Gruppen und Initiativen zu schaffen.

Bildergalerie: Die Pro-Deutschland-Demo in Berlin

Pro-Deutschland-Demos vor Moscheen in Berlin
Etwa 45 Anhänger von Pro Deutschland haben sich am Sonntag vor dem Rathaus Kreuzberg eingefunden.Weitere Bilder anzeigen
1 von 17Foto: dpa
19.08.2012 14:01Etwa 45 Anhänger von Pro Deutschland haben sich am Sonntag vor dem Rathaus Kreuzberg eingefunden.

14.50 Uhr: Aus Sorge vor Auseinandersetzungen waren in der Hauptstadt insgesamt 1.800 Polizisten im Einsatz, wie ein Sprecher sagte. Die Einsatzkräfte erhielten Unterstützung aus anderen Bundesländern und von der Bundespolizei. Die Polizei verhinderte durch Absperrungen ein Aufeinandertreffen beider Lager. Die Zahl der Teilnehmer auf Seiten von Pro Deutschland schätzte ein Sprecher der Polizei auf zunächst etwa 70.

14.00 Uhr: Ausschreitungen gibt es keine, die Demo in Wedding wird friedlich beendet. Die Demonstranten von Pro Deutschland machen sich nun auf den Weg zur nächsten Moschee in Neukölln.

13.50 Uhr: Die Gegendemonstranten skandierten lautstark „Nazis raus“. Auf Transparenten war unter anderem zu lesen „Kein Rassismus unter dem Deckmantel von Religionskritik“. Zudem beklagten sie, dass Ursache und Wirkung rassistischer Gewalt in Deutschland „verdreht und verharmlost“ werde. Ferner müsse die Kriminalisierung von Muslimen beendet werden. Der überwiegende Teil der in Deutschland lebenden Muslime sei keinesfalls „gewalttätig oder gewaltbereit“, sagte ein Sprecher des Aktionsbündnisses „Zusammen handeln! Gegen rassistische Hetze und soziale Ausgrenzung!“.

Anhänger von "Pro Deutschland" demonstrieren vor der As-Sahaba-Moschee im Wedding.
Anhänger von "Pro Deutschland" demonstrieren vor der As-Sahaba-Moschee im Wedding.Foto: dpa

13.40 Uhr: Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) sagte vor der Moschee, die Hauptstadt reagiere besonnen auf die Demonstrationen von Pro Deutschland. „Wer Provokation sät, darf nicht das ernten, was er sich davon erhofft.“ Ein Polizeisprecher bezeichnete den Protest als „friedlich und bunt“.

13.25 Uhr: Polizeipräsidentin Margarete Koppers ist bei der Demonstration eingetroffen, um sich selbst ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. Noch ist alles friedlich.

13.10 Uhr: Mit mehr als einer Stunde Verspätung ist nun die Mohammed-Karikatur von Kurt Westergaard vor der Moschee gezeigt worden. Alle sind ganz aufgeregt, Fotographen knipsen wie wild.

12.12 Uhr: Rund hundert Menschen demonstrieren gegen den Aufzug der rechtspopulistischen Partei Pro Deutschland. Sie forderten „Nazis raus“, einige schwenkten Fahnen von Linkspartei und SPD. Ihnen gegenüber standen etwa 60 Pro Deutschland-Anhänger. Sie zeigten vor einer Moschee in der Torfstraße in Wedding Schilder mit durchgestrichenen Moscheen und schwenkten Deutschlandfahnen. Die angekündigten Mohammed-Karikaturen waren zunächst nicht zu sehen.

12.00 Uhr: Insgesamt sind für Samstag und Sonntag unter dem Motto „Islam gehört nicht zu Deutschland, Islamismus stoppen“ neun Demonstrationen angemeldet, die erst ist für 12 Uhr in Wedding geplant. In den Freitagsgebeten sei an die Gläubigen appelliert worden, nicht an den Gegenveranstaltungen teilzunehmen, sagte der Generalsekretär des Islamrats in Deutschland, Burhan Kesici. Ein friedlicher Verlauf könne nicht garantiert werden. „Wir halten die Kundgebungen für eine Provokation“, sagte Kesici. Aus Sorge vor Ausschreitungen werden die Proteste von einem Großaufgebot der Polizei begleitet. Die Einsatzkräfte aus der Hauptstadt haben dazu Unterstützung aus anderen Bundesländern angefordert. Die Polizei verhinderte ein Aufeinandertreffen beider Lager durch Absperrungen.

Bei ihren Protesten wollten die Rechtspopulisten Mohammed-Karikaturen zeigen. Drei islamische Moschee-Vereine wollten dies mit einem gerichtlichen Verbot verhindern, weil sie sich provoziert fühlten. Sie scheiterten allerdings in zwei Instanzen. Die von Pro Deutschland ausgewählten Moscheen gelten als Zentren radikal-islamischer Salafisten. In Bonn hatte es im Mai nach einer ähnlichen Aktion Ausschreitungen gegeben.

(Tsp/dapd/dpa)

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