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Mehrere Großdemonstrationen : Berlin steht am Sonnabend still

Vermeintlich für Hamas und sicher dagegen, die "Völkermord"-Debatte zwischen Armenien und der Türkei, für Kohle und gegen Tierversuche: Einen Tag mit so vielen Großdemonstrationen wie heute hat es selbst in Berlin noch nicht gegeben.

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Grafik: Tsp/ Pieper-Meyer

Die Verkehrsinformationszentrale warnt davor, mit dem Auto in die City zu fahren. Betroffen ist die City- West, das Regierungsviertel, die City Ost und die Straßen um die Arena in Treptow. Die BVG wird zahlreiche Buslinien einstellen oder umleiten.

Dort wollen sich etwa 3000 Menschen auf Einladung der Palästinensischen Gemeinde ab 9 Uhr in der Arena-Halle an der Eichenstraße in Treptow treffen. Am Freitag hatte eine Polizeisprecherin sogar die Zahl 12.000 genannt. Das beruhte jedoch auf der Annahme eines vierfachen Durchlaufs während des Tages. Begleitet wird die Veranstaltung auch von einer Kundgebung vor der Halle, die ebenfalls um 9 Uhr beginnen soll.

Gegen die Konferenz von Anhängern der terroristischen Hamas ruft allerdings auch ein breites Bündnis von Organisationen zu Protesten auf. Der Aufruf „Berlin gegen Hamas. Berlin ist weltoffen“ wird von Politikern aller im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien unterstützt. Sie wollen sich ab 10 Uhr ebenfalls nahe der Arena in der Eichenstraße versammeln. Offiziell sind 100 Teilnehmer gemeldet, es wird aber mit einer größeren Zahl an Demonstranten gerechnet. Nach Angaben von Polizeipräsident Klaus Kandt wird die Polizei die Veranstaltung in der Halle „beobachten“. Innensenator Henkel (CDU) kündigte an, dass die Polizei die Konferenz abbrechen wird, falls es volksverhetzende oder antisemitische Äußerungen geben wird.

Zwei Großdemonstrationen gibt es zum Konflikt zwischen der Türkei und Armeniern um den Begriff „Völkermord“. Die Türkische Gemeinde Berlin ruft auf zu einer Demonstration „Ende der Völkermordbeschuldigungen“, die um 14 Uhr An der Urania in Schöneberg beginnen soll und vorbei an der CDU-Zentrale und über den Großen Stern auf die Straße des 17 Juni führen soll bis Höhe Yitzhak-Rabin-Straße. Erwartet werden 10.000 Menschen.
Zeitgleich beginnt um 14 Uhr ein Gedenkmarsch an den 100. Jahrestag des Völkermordes an den Armeniern. Treffpunkt für bis zu 6000 Menschen ist das Bundeskanzleramt. Von dort geht es über Brandenburger Tor, Potsdamer Platz, Leipziger Straße, Charlottenstraße, Unter den Linden bis zum Pariser Platz.

Die Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie ruft auf zu einer Demo gegen die Energiewende der Bundesregierung. Start ist um 13 Uhr am Bundesministerium für Wirtschaft in der Invalidenstraße in Mitte. Von dort wollen 10.000 Menschen am Hauptbahnhof vorbei zum Bundeskanzleramt ziehen. „Wer kurzfristig aus der Kohle aussteigen will, riskiert eine sichere und bezahlbare Energieversorgung. 100.000 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel“, heißt es in einem Aufruf.

Ab 11.30 Uhr wollen Tierversuchsgegner über die Einkaufsstraßen Kurfürstendamm und Tauentzienstraße ziehen. Erwartet werden 1500 Menschen. Im vergangenen Jahr sollen sich wesentlich mehr beteiligt haben. Treffpunkt ist der Breitscheidplatz, von dort geht es zunächst Richtung Westen bis zur Uhlandstraße, dann zurück bis zum Wittenbergplatz und erneut zurück bis zum Breitscheidplatz.

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