Misshandlung in JVA : Prozess geht in die zweite Runde

13 Bedienstete der Justizvollzugsanstalt in Brandenburg sitzen auf der Anklagebank. Der Vorwurf: Misshandlung eines Gefangenen. Heute sagte das Opfer vor Gericht aus.

Brandenburg/HavelVor dem Landgericht Potsdam ist der Prozess gegen 13 Bedienstete der Justizvollzugsanstalt (JVA) Brandenburg/Havel wegen Misshandlung eines Gefangenen fortgesetzt worden.  Die Staatsanwaltschaft wirft den angeklagten elf Männern und zwei Frauen im Alter von 37 bis 53 Jahren Körperverletzung im Amt und Misshandlung eines Schutzbefohlenen in drei Fällen vor.

Am zweiten Prozesstag hat unter anderem das Opfer Matthias D. als Nebenkläge ausgesagt und den Hauptangeklagten Jens D. schwer belastet. Nach einer Panikattacke am 4. März 1999 habe der Angeklagte die Zellentür einen Spalt geöffnet, sagte der 38-Jährige als Zeuge im Potsdamer Landegericht aus. Als er daraufhin durch die Tür gehen wollte, sei der Wärter "völlig ausgerastet" und habe ihn gegriffen. Dabei ging das Opfer nach eigenen Angaben zu Boden.

Der Zeuge sagte, dass D. sich anschließend auf seine linke Brust gekniet und drei bis viermal mit der Faust auf seine Stirn geschlagen habe. Dabei sei er von zwei weiteren Bediensteten an den Armen festgehalten worden. Anschließend habe er "noch ein, zwei Dinger" in die Seite bekommen. Er habe sich eine Platzwunde auf der Stirn, einen Rippenbruch und einen Bluterguss auf der gesamten linken Seite des Oberkörpers zugezogen. Auch die Nase habe geblutet.

Mindestens 18 Verhandlungstage nötig

Am ersten Prozesstag vor gut zwei Wochen hatten sich die 13 Angeklagten nicht zu den Vorwürfen geäußert. Während der Ermittlungen hatten sie die Anschuldigungen stets zurückgewiesen.

Für den Prozess wurden 18 Verhandlungstage bis 9. Mai angesetzt. Laut Dost wird der Prozess jedoch länger dauern, da vermutlich weitere Zeugen dazu kommen. Schon jetzt seien zu den ursprünglich zwölf Zeugen zwei weitere geladen worden. Der Prozess findet aufgrund der Vielzahl der Angeklagten im Saal des Landesverfassungsgerichts statt. (tbe/ddp)

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