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Mit Fahndungsfotos : Polizei jagt BFC-Hooligans: Vier Gesuchte stellen sich

Die Schläger hatten beim DFB-Pokalspiel gegen Kaiserslautern Ende Juli Beamte und Gästefans verletzt. Jetzt suchen Ermittler mit Fotos nach ihnen.

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Im Zusammenhang mit den Gewalttätigkeiten anlässlich des Pokalspiels des BFC Dynamo gegen den 1. FC Kaiserslautern am 30. Juli in Prenzlauer Berg bittet die Polizei Berlin mit der Veröffentlichung von Lichtbildern die Bevölkerung um Mithilfe und erhofft sich Hinweise zu insgesamt zwölf Randalierern. Die Ermittler des Landeskriminalamtes fragen: Wer kennt die abgebildeten Personen? Wer kann Angaben zu deren Identität und/oder Aufenthaltsort machen? Hinweise nimmt das zuständige Fachkommissariat des Landeskriminalamtes (LKA 712) im Columbiadamm 4 in Tempelhof unter der Telefonnummer (030) 4664 - 97 72 10 oder eine andere Polizeidienststelle entgegen.Alle Bilder anzeigen
Foto: Polizei
29.08.2011 15:38Im Zusammenhang mit den Gewalttätigkeiten anlässlich des Pokalspiels des BFC Dynamo gegen den 1. FC Kaiserslautern am 30. Juli in...

Sie jagten und verprügelten dutzende Fans des 1. FC Kaiserslautern, jetzt werden die Hooligans vom BFC Dynamo selbst zu Gejagten. Mit der Veröffentlichung von Porträtaufnahmen aus Polizeivideos hoffen die Ermittler, zwölf der mutmaßlichen Schläger identifizieren zu können. Sie sollen Ende Juli an den Ausschreitungen nach dem DFB-Pokalspiel zwischen dem BFC Dynamo und dem 1. FC Kaiserslautern im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark in Prenzlauer Berg beteiligt gewesen sein.

Wie berichtet, stürmten nach Abpfiff des Fußballspiels mehrere hundert Berliner Schläger durch ein offenes Tor in den Gästeblock und schlugen mit Fahnenstangen und Fäusten auf die in Panik flüchtenden Zuschauer ein. 18 Polizeibeamte und zahlreiche Gästefans wurden an jenem Nachmittag verletzt. Zwei der Polizisten mussten im Krankenhaus ambulant behandelt werden. Die für Hooligan-Gewalt zuständige Fachdienststelle vom Landeskriminalamt hat in den vergangenen Wochen intensiv das Filmmaterial des Polizeieinsatzes durchgesehen und Bilder der Tatverdächtigen im Internet veröffentlicht. Der Fahndungsaufruf zeigt nun erste Erfolge. Vier der Gesuchten haben sich laut Polizeiangaben inzwischen freiwillig gestellt. Sechs weitere Verdächtige konnte die Polizei ermitteln, hieß es am Mittwoch. Die Ermittler vom LKA zeigen sich zuversichtlich, dass auch die übrigen zwei Verdächtigen bald identifiziert werden.

Randale beim BFC Dynamo Berlin
Für den BFC Dynamo zerschlug sich die Hoffnung, sich als friedlicher Verein zu präsentieren.Alle Bilder anzeigen
1 von 7Foto: dpa
30.07.2011 19:35Für den BFC Dynamo zerschlug sich die Hoffnung, sich als friedlicher Verein zu präsentieren.

Bereits am Montagmorgen durchsuchte die Polizei die Wohnung eines weiteren Tatverdächtigen in der Märkischen Allee in Marzahn. Dabei stürzte ein Unbeteiligter, der sich in den Räumen des Gesuchten aufhielt, aus dem fünften Stock, als er versuchte, sich mit zusammengeknoteten Bettlaken abzuseilen. Warum der schwer verletzte Mann flüchten wollte, ist unklar. Der Gesuchte war nicht in der Wohnung.

Nach dem Gewaltausbruch erhob die Polizei Vorwürfe gegen die Ordner des Fußballvereins. Sie hätten das Gittertor geöffnet, durch das die gewalttätigen Zuschauer schließlich strömten. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verurteilte den fünftklassigen Klub, die nächsten beiden Heimspiele gegen Rathenow und Schöneiche unter Ausschluss der Öffentlichkeit auszutragen und 12 000 Euro Strafe zu zahlen.

Nach Tagesspiegel-Informationen kam es bereits während des Spiels zu einem brutalen Übergriff. Ein Berliner Journalist, der über das Spiel berichten wollte, wurde von einer Gruppe Neonazis erkannt und von mehreren Männern angegriffen. Sie schlugen ihm ins Gesicht und traten ihn zu Boden. Er erlitt Prellungen und Schürfwunden sowie eine Verstauchung der Hand. Nur mit Mühe konnte er sich aus der Situation retten, indem er über einen Stadionzaun kletterte. Nur wenige Wochen zuvor hatte die rechte Szene ein Foto und den Namen des Journalisten auf eine Internetseite gestellt und ihn massiv bedroht.

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