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Mitte : Zweifacher Bombenalarm

Erneut haben herrenlose Gegenstände in Mitte und Charlottenburg-Wilmersdorf für Aufregung gesorgt: Die Polizei sperrte am Mittag mehrere Straßen, weil am Bundespresseamt ein verdächtiger Koffer gefunden wurde. Zuvor war vor der israelischen Botschaft ein Gepäckstück ohne Besitzer entdeckt worden.

Ein herrenloser Koffer stand auf einem Platz neben dem Bundespresseamt am Bahnhof Friedrichstraße, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Ein Entschärfungskommando konnte nach etwa einer halben Stunde den Inhalt als harmlos einstufen - der Koffer enthielt Kleidung.

Vor der israelischen Botschaft in der Auguste-Viktoria-Straße in Charlottenburg-Wilmersdorf war nur eine Stunde zuvor ein verdächtiger Gegenstand entdeckt worden, dessen Inhalt sich ebenfalls als harmlos entpuppte.

Erst am Sonntag war die SPD-Zentrale in Kreuzberg wegen eines Bombenalarms geräumt worden. Der verdächtige Rucksack gehörte einem Fotografen.

Nach den jüngsten Terrorwarnungen sind bei der Berliner Polizei mehr Hinweise aus der Bevölkerung zu verdächtigen Gegenständen eingegangen als üblich. Polizeipräsident Dieter Glietsch sagte am Montag im RBB-Inforadio, normalerweise würden über den Notruf täglich bis zu fünf Hinweise eingehen. In den vergangenen zehn Tagen seien es jeweils bis zu 25 gewesen. Glietsch: "Das zeigt, dass die Menschen aufmerksam sind und auf Auffälligkeiten achten, so wie wir es uns wünschen".

Der Polizeichef wies Befürchtungen zurück, seine Behörde sei aufgrund der Personalsituation und der Mehrbelastung überfordert. Da habe es zum Teil "verantwortungslose Äußerungen" gegeben, sagte er. Es gebe keine Verwaltung, "die so flexibel ist wie die Polizei". Die Behörde sei in der Lage, "alles zu tun, was wichtig ist".

Polizeigewerkschaften hatten moniert, dass die Beamten durch die aktuellen Einsätze wegen der Terrorwarnung überlastet seien und daher Leistungen etwa im Bereich Prävention hätten eingeschränkt werden müssen. (dapd/ho)

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