Moabit : Schizophrener wollte Wohnung anzünden

Wegen versuchter schwerer Brandstiftung ist ein 60-jähriger Mann vom Berliner Landgericht zu acht Monaten Haft verurteilt worden. Der Iraner hatte in der Nacht zu Heiligabend 2004 seiner Nachbarin eine brennende Zeitung durch den Briefschlitz gesteckt.

Die 66-Jährige hatte die Flammen austreten können, da sie aufgrund vorheriger Ereignisse sensibilisiert war und bereits hinter der Wohnungstür gestanden hatte.

Nach Aussagen der Rentnerin hatte der Angeklagte seit vier Jahren in der Nachbarwohnung gelebt und die "Angewohnheit gehabt" immer nachts an ihrer Wohnungstür zu klingeln. "Halb nackt" habe er dann vor ihrer Tür gestanden und sie lautstark beschimpft. Eine Studentin sei deshalb ausgezogen, sagte sie.

Hitlergruß am Holocaust-Mahnmal

Im Prozess war auch die Unterbringung des Angeklagten in der Psychiatrie geprüft worden. Nach Überzeugung des Gerichts ist der 60-Jährige jedoch "nicht so gefährlich", dass er in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden muss. Einem Gutachter zufolge leidet der Iraner seit Jahren unter Schizophrenie und hört gelegentlich Stimmen. Derartige Stimmen hatten ihn nach seinen Angaben auch aufgefordert, im Januar am Holocaust-Mahnmal den Hitlergruß zu zeigen und mit entsprechenden Parolen die Opfer zu verunglimpfen. Der Angeklagte, der auch wegen Volksverhetzung vor Gericht stand, wurde in diesem Fall für schuldunfähig befunden und freigesprochen. (mit ddp)

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