Moabit : Schwager im Wahn erschossen: Psychiatrie für Täter

Er tötete seinen Schwager mit sieben Schüssen in Kopf und Oberkörper. Das Landgericht Berlin erklärte ihn nun wegen einer psychischen Störung für schuldunfähig und schickte ihn dauerhaft in die Psychiatrie.

BerlinDer 45-jährige Mann war wegen Totschlags angeklagt, sei aber dem Gericht nach aufgrund seiner Störung schuldunfähig erklärt worden. Am 3. Mai dieses Jahres hatte der Angeklagte den 50-Jährigen nach einem Streit auf offener Straße in Moabit durch sieben Schüsse in Kopf und Oberkörper getötet.

Dem Gericht zufolge hatte der 45-Jährige "die Tat nicht mit Überlegung und Planung begangen, sondern aus einem Wahn- und Psychosesystem heraus, in das er seinen Schwager einbezogen hatte". Er habe ihn ohne jeden nachvollziehbaren Grund getötet, hieß es. Einem Gutachter zufolge trat die Erkrankung vor zehn Jahren erstmals auf und sie entwickelte sich "schleichend" und für die Familie unbemerkt.

Einziger Vorbote der Psychose sei vielleicht der überraschende und nicht nachvollziehbare Kontaktabbruch des Angeklagten zu seinem Schwager gewesen, hieß es weiter. Der Angeklagte habe sich bedroht gefühlt und die Bedrohungssituation auf seinen Schwager fokussiert. Er habe die "irrsinnige Vorstellung" entwickelt, dass der Verwandte ihm Geld schulde.

Der Getötete hatte bereits Anfang April seinen Schwager wegen Bedrohung mit einer Schusswaffe angezeigt. Dabei verwies er darauf, dass der Sportschütze eine scharfe Waffe besitzt und möglicherweise psychisch krank ist. Im Zusammenhang mit dem Tod des Familienvaters hatte Berlins Polizeipräsident Dieter Glietsch später Versäumnisse seiner Behörde eingeräumt und sich bei den Angehörigen des Opfers öffentlich entschuldigt. (nal/ddp)

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