Molotow-Cocktail und Bekennerschreiben : Rechter Brandanschlag auf Paul-Löbe-Haus in Berlin

Im Regierungsviertel in Berlin wurde Ende November ein Brandanschlag verübt. Direkt an der Fassade des Paul-Löbe-Hauses wurde ein Molotow-Cocktail entzündet. Ein Bekennerschreiben legt eine rechtsextreme Tatmotivation nahe.

Die Polizei nahm die mutmaßliche Entführerin in Hannover fest.
Die Polizei nahm die mutmaßliche Entführerin in Hannover fest.Foto: dpa/Archiv

Am 24. November wurde ein Brandanschlag auf das Paul-Löbe-Haus verübt. Die Polizei bestätigte heute einen entsprechenden Zeitungsbericht. Das Haus ist ein Bürogebäude des Deutschen Bundestags, es liegt direkt neben dem Reichstag im Berliner Regierungsviertel. Bundestagsabgeordnete und Verwaltungsmitarbeiter arbeiten dort. Der Polizei zufolge stellten Unbekannte einen Molotow-Cocktail direkt an der Fassade des Hauses ab und zündeten ihn an. Der Brandsatz sei anschließend von selbst erloschen und habe keinen weiteren Schaden angerichtet. Zusätzlich sei aber ein Fenster eingeschlagen worden.

Polizisten hatten den Zwischenfall bemerkt. Ermittler des polizeilichen Staatsschutzes entdeckten ein Schreiben, in dem sich eine bisher unbekannte Gruppe zu der Tat bekannte. Genauere Umstände und den Namen der Gruppe wollte der Polizei-Sprecher aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen. Die Spuren und Aufnahmen aus Überwachungskameras werden zu Zeit noch ausgewertet.

In den letzte Monaten gab es ähnliche Fälle

Erst Ende September hatte es einen ähnlichen Fall gegeben. Damals hatte ein Rechtsextremist einen Molotow-Cocktail gegen den Reichstag geworfen. Auch dieser war von selbst erloschen. Damals hatte Polizeipräsident Klaus Kandt davon gesprochen, dass die Tat im Zusammenhang mit einem Brandanschlag stehe, der Ende August auf die CDU-Bundesgeschäftsstelle in der Klingelhöferstraße in Tiergarten verübt wurde. Dort war ebenfalls ein Brandsatz geschleudert worden, der bis auf Rußspuren keinen Schaden anrichtete. Ob die Fälle miteinander in Verbindung stehen, wollte der Polizeisprecher aufgrund laufenden Ermittlungen nicht sagen. (ssch)

7 Kommentare

Neuester Kommentar