Mord an Pferdewirtin in Berlin-Lübars : Unheimliches Treffen

Im vergangenen Juni wurde die 21-jährige Pferdewirtin Christin R. ermordet, nachdem sie von einer fremden Frau zu einem Treffpunkt gelockt worden war. Ihre damalige Begleiterin sagte am Donnerstag vor Gericht aus.

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Die Freundin von Christin R. hatte ein ungutes Gefühl, als die beiden Frauen in der Nacht zum 21. Juni auf den Parkplatz gegenüber dem Freibad in Lübars fuhren. „Mir ist das unheimlich und suspekt“, warnte sie. Christin R. wollte sich mit einer aus Nordrhein-Westfalen stammenden Frau treffen. Es ging angeblich um ein Pferd, das Pferdewirtin Christin R. einmal betreut hatte. Etwa eine später Stunde wurde die 21-Jährige ermordet. Die fremde Frau gehörte, so gestand sie es, zu den mutmaßlichen Tätern.   

Elf Monate nach dem Tod ihrer besten Freundin saß Michelle H. am Donnerstag als Zeugin im Gerichtssaal. Sie sah zu Tanja L., die sich in der Tatnacht mit Christin R. verabredet hatte und nun hinter Panzerglas sitzt. „Als sie mich sah, wirkte sie entsetzt“, beschrieb die 22-jährige Zeugin. Nur flüchtig sei sie von Tanja L. begrüßt worden. „Sie wirkte nervös, ich fand das alles komisch, es stimmte etwas nicht.“ Tanja L. sollte Christin R. in eine Falle locken und konnte keine Zeugin gebrauchen. So hatte sie es gestanden.

Christin R. wurde laut Anklage Opfer eines Mordkomplotts. Ihr Freund Robin H. und seine Mutter sollen ihre Tötung geplant haben, um 2,4 Millionen Euro aus Lebensversicherungen der jungen Pferdewirtin zu kassieren. Seit zwei Monaten sitzt der 24-jährige Springreiter als Hauptangeklagter vor Gericht. Neben H. müssen sich seine 56-jährige Mutter, mit der 27-jährigen Tanja L. eine Freundin von H. die neue Freundin von H. sowie ihr Bruder (26) und der mutmaßlich über ihn angeheuerte Steven Mc A. verantworten. Nur Tanja L. hatte ausgesagt. Sie belastete sich und die anderen.

Michelle H. hatte schemenhaft in der Nähe des Parkplatzes auch einen Mann gesehen. Er rief etwas und benahm sich seltsam. Ob es Steven McA. war, der nun als mutmaßlicher Auftragsmörder mit auf der Anklagebank sitzt, konnte die Zeugin nicht sagen. Heute weiß sie, dass auch sie möglicherweise in Gefahr war. Als Christin R. nicht allein kam, soll der 22-jährige Mc A. bereits im Gebüsch gehockt haben und verkündet haben: „Ich nehme es auch mit beiden auf.“

Zwanzig Minuten blieben die Freundin. Sie fuhren gemeinsam ab. Doch Christin R. brachte ihre Freundin nach Hause und kehrte etwa eine Stunde später zurück zum Parkplatz. Nach zwei gescheiterten Anschlägen wurde sie laut Anklage in eine Falle gelockt und erdrosselt. Der Prozess wird am Montag fortgesetzt.

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