Mordprozess : 25-Jähriger erstach Ehefrau vor den Kindern

In Berlin steht derzeit ein Mann vor Gericht, der seine Frau vor den Augen der Kinder ermordet haben soll. Für die junge Mutter war es das grausame Ende einer von Gewalt geprägten Ehe - ähnlich wie im Fall der Kurdin Semanur S. aus Kreuzberg.

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Die Frau wollte mit ihren beiden Kindern gerade aus dem Haus, als ihr Ehemann mit einem Messer vor ihr stand. Die 23-Jährige hatte sich zwei Monate zuvor von ihm getrennt. Am Morgen des 14. Oktober 2011 wollte sich Mahedi S. aus Sicht der Ermittler rächen. Vor den Augen der Kinder, ein und drei Jahre alt, soll der 25-Jährige die Mutter niedergestochen haben. Von einem Mord aus niedrigen Beweggründen geht die Anklage aus. Zu Beginn des Prozesses am Donnerstag schwieg der Mann aus Spandau.

Häusliche Gewalt, die tödlich endete. Gerade hat ein grausames Verbrechen in Kreuzberg bundesweit für Entsetzen gesorgt. Eine sechsfache Mutter wurde von ihrem Mann umgebracht und enthauptet. Der Tat des 32-jährigen Orhan S. sollen viele körperliche Angriffe auf die Frau vorausgegangen sein. So war es auch im Fall von Mahedi S.

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Die ermordete Kurdin Semanur S.
Mahnwache in Kreuzberg

Stephanie S. hatte den Mann mit arabischen Wurzeln kennengelernt, als sie 16 Jahre alt war. „Bis zur Hochzeit war er lieb und nett, danach durfte sie gar nichts mehr“, sagte eine Verwandte am Rande des Prozesses. Er habe alles bestimmt, von „Macho-Gehabe“ war die Rede. Zeugen hätten den Mann als „dominant und latent gewaltbereit“ beschrieben, sagte der Ankläger. Die Frau ging mehrfach zur Polizei, nahm aber Anzeigen wieder zurück. Bis sie im letzten Sommer Hilfe suchte und per Gerichtsbeschluss auch ein Annäherungsverbot für S. erwirkte.

Es war gegen acht Uhr, als Mahedi S. seiner Ehefrau im Treppenhaus des Hauses in der Jagowstraße auflauerte. „Er wollte sie dafür bestrafen, dass sie sich von ihm getrennt hatte und eine neue Beziehung eingegangen war“, ist der Ankläger überzeugt. Mindestens neun Stiche trafen die Frau an Kopf und Hals. Ihr Sohn versteckte sich hinter dem Kinderwagen, in dem die Schwester saß. S. gab bei der Polizei die Messerstiche zu, bestritt jedoch einen geplanten Angriff. Er habe sie nur zur Rede stellen wollen, sei aber plötzlich ausgerastet. Die Verhandlung wird am Montag fortgesetzt.

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