Mordprozess : Amanis Mutter: Ich habe nichts mit ihrem Tod zu tun

Sie verblutete mit durchgeschnittener Kehle auf einer Wilmersdorfer Parkbank: Im Prozess um den grausamen Tod der kleinen Amani weist die Mutter erneut alle Anschuldigungen von sich.

Berlin Die Mutter der getöteten achtjährigen Amani hat vor dem Berliner Landgericht alle Mordvorwürfe zurückgewiesen. "Ich bin absolut sicher, dass ich mit ihrer Tötung nichts zu tun habe, Amani war das Wichtigste in meinem Leben", sagte die 33-Jährige zum Auftakt des Strafverfahrens. Darüber hinaus soll sie dem Mädchen zuvor unvermittelt zweimal in die Schulter gestochen haben. Das Mädchen war am 5. Mai 2007 mit durchschnittener Kehle in einer Berliner Grünanlage gefunden worden. Amani war auf einer Parkbank verblutet. Ein erster Prozess war nach der Erkrankung eines Richters im Februar gescheitert.

Die Anwältin der Angeklagten kritisierte die ihrer Ansicht nach einseitige Ermittlungen zu Lasten ihrer Mandantin. Die brutale Art der Tat und das extreme Entdeckungsrisiko spreche gegen die Täterschaft der Mutter. Der öffentliche Platz mit spielenden Kindern, Hundebesitzern und anderen Parkbesuchern deute auf einen unbekannten Täter hin, vielleicht einen Wahnsinnigen, argumentierte die Anwältin. Es seien fremde Haare auf dem Körper des Mädchens gefunden worden, die bei den späteren Ermittlungen nicht mehr aufgetaucht seien.

Anwältin: Mutter kann sich nicht erinnern

Sie habe keine Erklärung dafür, wer ihrer Tochter das angetan haben könnte, hieß es in der Erklärung ihrer Anwältin. Die Frau könne sich an den Tag nicht erinnern, sei sich aber sicher, ihre Tochter nicht getötet zu haben. Sie äußerte die Vermutung, dass die Achtjährige, die für ihr Alter "frühreif" gewesen sei, Opfer einer kriminellen Gruppierung geworden sein könnte.

Wenig Beweiskraft hat nach Überzeugung der Verteidigung eine winzige Blutspur, die auf der Kleidung der Angeklagten gefunden wurde. Das Alter sei nicht feststellbar, sagte die Anwältin. Amanis Mutter ließ über die Verteidigung erklären, dass sie sich an nichts erinnern könne. Der Prozess ist bis zum 17. Juni terminiert. Darüber hinaus rügte die Verteidigung in einer schriftlichen Presseerklärung, "dass sich die Ermittlungen bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt" auf die Angeklagte als Verdächtige fokussiert hätten. Dadurch seien "entlastende Feststellungen ignoriert" worden.

Die Aufklärung der Tat scheine nach der einseitigen Ermittlung jetzt nicht mehr möglich, hieß es von Seiten der Verteidigung. In dem bis Mitte Juni terminierten Prozess müssen noch einmal sämtliche Zeugen neu gehört werden. Eine Gutachterin soll über die Schuldfähigkeit von Amanis Mutter urteilen.  Der Prozess wird am nächsten Dienstag fortgesetzt. (ho/ddp/dpa)

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