Mordprozess unterbrochen : Angeklagter bewusstlos in Klinik

Ein Däne, der gestanden hat, die gemeinsamen Töchter umgebracht zu haben, sollte im Gericht auf seine Ex-Frau treffen. Doch zu der dramatischen Begegnung kam es vorerst nicht.

Ein 40-Jähriger hat im vergangenen Jahr seine beiden Töchter im Auto verbrannt. Anscheinend wollte sich der Familienvater bei der Tat auch selbst töten. Jetzt soll es einen zweiten Selbstmordversuch im Gefängnis gegeben haben.
Ein 40-Jähriger hat im vergangenen Jahr seine beiden Töchter im Auto verbrannt. Anscheinend wollte sich der Familienvater bei der...Foto: dpa

Der Mordprozess gegen einen dänischen Vater, der seine beiden Töchter getötet haben soll, ist vorerst unterbrochen worden. Nach Angaben des Justizministeriums Brandenburg wurde der 40-jährige Angeklagte am Morgen bewusstlos in eine Klinik in Brandenburg/Havel eingeliefert. Der Mann sei bei einem Kontrollgang in der Vollzugsanstalt Brandenburg/Havel gegen 5.30 Uhr bewusstlos in seinem Bett aufgefunden worden, sagte ein Ministeriumssprecher der Nachrichtenagentur dpa. „Er ließ sich nicht wecken“, so der Sprecher.

Eine Krankenschwester habe eine Notarzt informiert. Gegen 6.10 Uhr sei der Däne ins Krankenhaus eingeliefert worden. Er könne zunächst weder bestätigen noch dementieren, dass es sich um einen Suizidversuch handele, so der Ministeriumssprecher.

Der Däne muss sich wegen Doppelmordes vor dem Landgericht Potsdam verantworten. Er hatte gestanden, seine Töchter im Alter von neun und zehn Jahren im Sommer 2011 während eines gemeinsamen Urlaubs in einem Waldstück an der Autobahn 24 bei Börnicke (Havelland) im Auto verbrannt zu haben. Nach eigenen Angaben wollte sich der 40-Jährige zunächst zusammen mit den Kindern das Leben nehmen, flüchtete dann aber aus dem brennenden Wagen.

Staatsanwalts Peter Petersen hatte am Morgen von einem Selbstmordversuch des 40-Jährigen berichtet, nachdem dieser nicht zum Prozess gebracht wurde. Die Verletzungen seien aber nicht lebensgefährlich. Das Schwurgericht erwarte bis 11.00 Uhr einen Bericht von der Haftanstalt, sagte ein Gerichtssprecher. Danach solle über den weiteren Prozessverlauf entschieden werden.

Eigentlich sollte es am Donnerstag im Gericht zu einer Begegnung des Angeklagten und seiner Ex-Frau, der Mutter der Kinder, kommen.

Die 40-Jährige tritt im Prozess als Nebenklägerin auf und sollte als Zeugin aussagen. Auch die Mutter des Angeklagten war als Zeugin geladen.(dpa)

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