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Mordversuch am Alexanderplatz : Festgenommener war bereits als Straftäter verurteilt

Der in Köln gefasste 23-Jährige, der Ende Mai am Alexanderplatz eine Frau fast tot getreten haben soll, stand bereits als Jugendlicher vor Gericht. Der Hellersdorfer wird demnächst aus Köln nach Berlin überführt.

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Am Bahnhof Alexanderplatz ereignete sich der brutale Raubüberfall.
Am Bahnhof Alexanderplatz ereignete sich der brutale Raubüberfall.Foto: dpa

Der in Köln verhaftete Meikel K., der mit Haftbefehl gesucht worden war, weil er am 23. Mai am Alexanderplatz eine 35-Jährige fast totgetreten haben soll, ist bei der Polizei und Justiz bekannt: Als Jugendlicher stand der 23-Jährige bereits im Jahr 2006 vor Gericht. Der Vorwurf: Gemeinschaftliche versuchte schwere räuberische Erpressung - oder anders gesagt: Mit einem Komplizen hatte er einen Jugendlichen auf der Straße bedroht und geschlagen, um ihn "abzuziehen", also Geld zu rauben.

Nach der Tat wurde er gefasst, saß zwei Monate lang in Untersuchungshaft und wurde dann zu zehn Monaten auf Bewährung verurteilt. Vorsitzende war die bekannte Jugendrichterin Kirsten Heisig, die für ihre harten und schnellen Urteile bekannt geworden war. Die Richterin war am 28. Juni 2010 verschwunden und hatte sich das Leben genommen.

Der mit Haftbefehl wegen versuchten Mordes gesuchte Meikel K. war am Montag im Kölner Stadtteil Weiden gefasst worden. Er war gegen 11.15 Uhr bei einer roten Ampel über die Straße gegangen. Das wurde ihm zum Verhängnis. Eine Polizeistreife sah das, hielt den Mann an und überprüfte ihn: Dabei stellte sich heraus, dass er bundesweit mit Haftbefehl wegen versuchten Mordes gesucht wurde.

Laut Berliner Polizei ist der Festgenommene dringend verdächtig, am 23. Mai dieses Jahres gegen 4.50 Uhr in der Bahnhofshalle am Alexanderplatz eine Frau massiv durch Schläge und Tritte am Kopf und Oberkörper verletzt zu haben. Das 35-jährige Opfer wurde im Krankenhaus behandelt und ist mittlerweile wieder entlassen worden, hieß es bei der Polizei. Nur, weil ein zufällig vorbeikommender 39-jähriger Passant die Attacke mitbekommen hatte und eingeschritten war, hatte der Angreifer von dem Opfer abgelassen und zunächst unerkannt die Flucht ergriffen.

Die 4.Mordkommission des Landeskriminalamts veröffentlichte kurz darauf Videobilder einer Überwachungskamera, auf denen die Attacke zu sehen ist. Intensive Ermittlungen sowie ein Hinweis aus der Bevölkerung führten am 18. Juni die Ermittler der Mordkommission auf die Spur des Mannes - sein Name war nun bekannt. Daraufhin wurde ein Haftbefehl wegen versuchten Mordes erlassen und der Tatverdächtige zur Festnahme ausgeschrieben.

Eine Sprecherin der Kölner Polizei bestätigte dem Tagesspiegel, dass der Haftbefehl dem Verdächtigen bereits verkündet wurde.

Der in Hellersdorf lebende Meikel K., der sich auf sozialen Netzwerkseiten im Internet als harter Rapper präsentiert, soll in Kürze von Köln in die Justizvollzugsanstalt Moabit überführt werden, hieß es bei der Staatsanwaltschaft.

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