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Mutiger Zeuge : Mann springt von Schiff und rettet Kleinkind aus der Spree

Dramatische Szenen haben sich Sonntag auf einem Ausflugsdampfer in Tiergarten abgespielt: Ein 46-Jähriger Fahrgast sprang in die Spree, um ein Kleinkind zu retten, das vom Ufer aus ins Wasser gefallen war. Gegen den Kapitän des Schiffs, wird nun wegen unterlassener Hilfeleistung ermittelt.

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Der 46-jährige Mann befand sich gegen 13 Uhr an Deck des Spree-Dampfers der Reederei "Riedel". In Höhe Lutherbrücke nahe der John-Foster-Dulles-Allee in Tiergarten konnte er beobachten, wie ein Kleinkind am Ufer sich immer weiter dem Wasser näherte. Da der Mann bereits ein mulmiges Gefühl hatte, soll er den Kapitän mehrfach aufgefordert haben zu stoppen. Doch dieser reagierte laut Polizei nicht darauf. Plötzlich rutschte der zweijährige Junge an einer Böschung in die Spree. Der 46-jährige zögerte nicht, sonder sprang sofort ins nur elf Grad kalte Wasser und rettete den Jungen, der bereits unter der Wasseroberfläche war. Er zog das Kind zurück ans Ufer. Alarmierte Rettungskräfte kümmerten sich um den Jungen und brachten ihn in ein Krankenhaus. Nach ersten Erkenntnissen war das Kind mit seinen Eltern im Tiergarten unterwegs und "konnte sich unbemerkt von den Eltern entfernen", hieß es bei der Polizei. Gegen sie wird - wie üblich in solchen Fällen - wegen Verdachts der Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht ermittelt. Und auch den Kapitän erwartet ein Ermittlungsverfahren - wegen unterlassener Hilfeleistung.

Der Geschäftsführer der Reederei "Riedel", Lutz Freise, sagte dem Tagesspiegel, dass dem Schiffsführer keine Vorwürfe zu machen seien. Eine Brücke zu durchfahren, sei ein „schwieriges Manöver“. Der Kapitän sei für die Sicherheit an Bord verantwortlich, „er kann in so einer Situation nicht einfach stoppen, sonst riskiert er eine Havarie“.

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