Nach "Aktenzeichen XY" : Zwölf neue Hinweise im Fall Pepper

Nach der Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" sind zu den Anschlägen auf die Unternehmerfamilie Pepper zwölf Hinweise eingegangen. Die Polizei hat eine eigene Internetseite zu dem Fall geschaltet.

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Gesichtslos. Profis wissen, dass Zeugen uniformierte Menschen nicht beschreiben können. Alle achteten auf den Tarnanzug, niemand aufs Gesicht. Ein Polizist zeigt die Phantombilder des mutmaßlichen Täters von Bad Saarow.
Gesichtslos. Profis wissen, dass Zeugen uniformierte Menschen nicht beschreiben können. Alle achteten auf den Tarnanzug, niemand...Foto: dapd

In der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" am Mittwochabend, hat die Polizei erneut die Bevölkerung um Mithilfe im Fall um die Anschläge auf die Familie des Immobilienunternehmers Christian Pepper gebeten. Zwölf Hinweise sind daraufhin bei den Ermittlern eingegangen, sagte ein Sprecher der Polizei in Frankfurt (Oder). "Das ist eine erfreuliche Anzahl. Über die Qualität der Hinweise können wir noch nichts sagen. Sie müssen jetzt ausgewertet werden", hieß es. Eine heiße Spur sei aber bislang noch nicht dabei gewesen.

Für Hinweise, die zur Ergreifung des oder der Täter führen, ist eine Belohnung von 50.000 Euro ausgesetzt. Die zuständige Kriminalpolizei leitet die Ermittlung und ist unter der Rufnummer 0335-5613115 zu erreichen.

Wie berichtet ist die Familie Pepper das Ziel mehrerer Anschläge geworden: Die erste Tat hatte ein maskierter Mann im Tarnanzug am 22. August verübt: Vor der Villa des Unternehmers in Bad Saarow, östlich von Berlin, hatte er Ehefrau Petra niedergeknüppelt und schwer verletzt. Die Familie zog aus und engagierte einen Wachschutz. Anfang Oktober tauchte der gleiche Maskenmann morgens vor der Villa auf, als Peppers Tochter Louisa (23) gerade die Pferde auf die Koppel führen wollte. Der 31-jährige Personenschützer warf sich vor die Tochter, er wurde durch mehrere Schüsse lebensgefährlich verletzt, er soll jetzt querschnittsgelähmt sein.

Am Montagvormittag wurden in einem Hochhaus am Ernst-Reuter-Platz, das der Familie gehört, zwei Kartons mit selbstgebauten Brandsätzen gefunden. Ein Angestellter hatte um 10.30 Uhr einen der Kartons auf einem Fensterbrett entdeckt und die Polizei alarmiert. Die fand auf einem anderen Fenstersims einen zweiten Karton. In einer Analyse wurde der Inhalt als "zündfähig" eingestuft.

Die Polizei in Frankfurt (Oder) hat zum Fall Pepper seit Mittwochnachmittag unter www.mordkommission-ffo.de eine eigene Internetseite geschaltet: Hier können Zeugen weitere Hinweise - auch anonym - angeben. "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich manche Leute erst nach einer Fernsehsendung an etwas erinnern, oder sich vorher nicht getraut haben, etwas zu einem Fall anzugeben. Daher gibt es hier noch eine weitere Alternative, Hinweise bekannt zu geben", sagt Polizeisprecher Peter Salender.

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